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L?

Fotografieren bedeutet Erinnern

Sonntag, 5. Dezember 2010, 12:24

Als frei Fotografierender, der seine Motive nach Lust und Stimmungslage - aber immer getrieben - auswählt, frage ich mich, was ich eigentlich fotografiere.

"Containerliebe": Ausrichtung verschiedener Komponenten 
in einem besonderen Arrangement

"Containerliebe": Ausrichtung verschiedener Komponenten
in einem besonderen Arrangement


Sicher, ein Bild wie zum Beispiel "Containerliebe" (subworld.at, 2003) ist gegenständlich, dazu noch teilweise zusammengesetzt aus den Bildern (und Abfällen) anderer, aber eben ausgerichtet in einem besonderem Arrangement.

Dieses Arrangement, dieser "Zufall", sprachen mich beim Vorbeigehen, Suchen an. Jemand anderer wäre eventuell daran vorbeigegangen oder hätte das Thema auch bei Hinweis und Erklärung für sich nicht als solches erkannt oder gar akzeptiert.

Warum habe ich genau dieses Motiv gesehen, warum in genau dieser Konstellation, wo es pro Einstellung doch nahezu unendlich viele Interpretationsmöglichkeiten gibt? Und warum habe ich genau nur diese eine gesehen, ja gefühlt?

Ich glaube, dass Fotografieren immer auch Erinnern bedeutet. Wir gehen durch die Stadt und sehen Motive, dabei sind es aber immer auch unsere Erinnerungen, die wir in Motiven, Arrangements wiedererkennen, wieder-sehen, auch wenn es manchmal nur vage und undeutliche Eindrücke sind, innere Bilder, auf das Gegenständliche im Jetzt projiziert.

Daher lohnt es sich für frei Fotografierende - es muss nicht nur in der Stadt sein - sich mit den Bildern und Eindrücken seiner Vergangenheit zu beschäftigen. Sie geben uns erst die Quelle, Vorlage, für das, was wir heute sehen und mit der Kamera festhalten. Als neues Bild, das aber doch auch immer einen Teil unserer Vergangenheit zeigt.
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Danke an Marie-Christine für die Anregung, diesen Blog zu schreiben.