Wie die Nikon F3 zu uns kam (Fiktion ;-)
Donnerstag, 29. April 2010, 19:41
Also ich glaube, die F3 kommt aus dem Weltraum, genauer gesagt, aus einer der fernsten Galaxien, wo man schon vor Millionen von Lichtjahren gewusst hatte, was uns heute noch auf der Erde Freude macht!
In einer furiosen Fahrt durch die Atmosphäre kam sie hernieder, Funken spritzend und krachend wie ein großer, stolzer Meteorit. Sie schlug nahe Tokio einen tiefen Krater, und der mutigste Mann der Stadt seilte sich ab zu ihr, durch die Rauchschwaden und Dämpfe der geschmolzenen Steine und Erde, um sie zu bergen. Denn unten, fern am Grund, glühte die Göttin und ihr herrliches Licht beleuchtete noch die höchsten Wolken über Tokio, dass man es bis nach Europa sah. Diesem Schein konnte der Mann nicht widerstehen, sein Leben, seine Familie, sein Vermögen waren ihm in diesem Augenblick gleichgültig. Er musste zu IHR!
Der Mutige wurde von der Göttin für seine Tat hernach reich belohnt (Seriennummer: 0000001) und führte fortan glücklich die Geschicke der großen Kamerafabrik in der Stadt. Er brachte Wohlstand und Anerkennung, weit über die japanische Insel hinaus.
So war das! ;o))
Vater, ich und Nikon F, 1969
Samstag, 17. April 2010, 20:51
Heiner verdanke ich sehr viel, unter anderem, dass er mein Interesse an Fotografie früh geweckt und gefördert hatte.
Die gemeinsamen Abende in der Dunkelkammer zu Hause werde ich nie vergessen :-)
Tribute to Apollo 13
Freitag, 16. April 2010, 22:05

Commander James Lovell, John Swigert, Fred Haise
© NASA
Am 17. April 1970, nach dramatischem Zwischenfall auf dem Weg zum Mond, glücklich zur Erde zurückgekehrt.
Gang durch die Stadt
Freitag, 16. April 2010, 17:18
Die Sonne im Rücken, strahlend helle Hausfassaden, nach den vielen Regentagen Licht im Überschuss, rasch ziehende Wolken, ein Kilogramm Kamera um den Hals, ein Auge hinter 20 Millimetern Brennweite auf Motivsuche.
Eine Band spielt Songs der Dire Straits am Naschmarkt, Erinnerung an Schule und Mopedausfahrten, Ruhe und hektisches Treiben an den Marktständen. Weiter zur Karlskirche, die Kuppel wird gerade eingerüstet, die Bänke auf dem Platz vor der Kirche sind dicht besetzt, Sonne auf noch winterbleiche Gesichter, die hinter den dunklen Sonnenbrillen leblos wirken. Kinder tollen auf einem Spielplatz, Büsten verdienter Gelehrter in Marmor und Bronze vor der technischen Universität.
Ich steige beim Russischen Heldendenkmal herum, betrachte die Umgebung von meinem etwas erhöhten Standort aus durch den Kamerasucher und genieße die Aufspreizung des Raumes durch die Weitwinkelperspektive. Dass ich hier nichts fotografieren werde, wusste ich schon, bevor ich die Kamera hob. Dennoch schön. Weiter Richtung Modenapark.
Gedanken ziehen mit den Wolken, schwierig anzunehmende Gefühle melden sich beim Gehen an, Überdenken der letzten Tage, Unruhe und Gelassenheit an einem langen Band. Sinken lassen, treiben lassen, aufnehmen, annehmen - leicht sein. Ein Segelflugzeug zieht enge Kreise über der Stadt, kurz blitzt das Glas der Kabine im Sonnenlicht auf. Das Flugzeug verschwindet nach einer letzten Runde lautlos hinter Dächern und Kaminen.
Müde und mit schweren Beinen auf dem Weg nach Hause Richtung Schönbrunn. Ein paar Fotos sind gemacht, der Filmzähler meiner F3/T steht irgendwo bei 18, Giorgio Giugiaro designte die F3 bereits in den 1970er-Jahren, 1980 war dann Markteinführung.
Was machte ich eigentlich damals, mit 14 Jahren - und wie alt bin ich heute?
Nur das zählt
Mittwoch, 14. April 2010, 22:24
Wer möchte sich denn anmaßen, die Bilder Anderer zu beurteilen?
Mit diesem Foto gewinne ich vermutlich keine Jury und keine Mitgliedschaft im Fotoclub, aber genauso wollte ich es und genauso habe ich es umgesetzt, bis bei mir die seelische Lichtwaage grün zeigte. Weil es in mir etwas angerührt hatte. Und nur das zählt für mich in meiner Fotografie.
Histogramm, goldener Schnitt und Printfähigkeit auf Papiersorte Normal interessieren mich nur als Orientierungspunkte, sind aber nicht mein Endziel. Und ich bin froh, dass es so ist.
Nichts gegen Bildbesprechungen, aber sobald der Dozentenfinger gehoben wird, packe ich meine Kamera und gehe ...
So ist es. Und es ist gut.
Mittwoch, 14. April 2010, 16:57
Was treibt mich immer und immer wieder auf die Straßen und Plätze der Stadt? Zwischen alte Häuser, bröckelnden Verputz, hohe Feuermauern, in Staub und Vergangenheit - mit der Kamera, hinein in die Spurenzone?
Ich weiß es nicht, aber ich weiß auch, dass ich wohl ein ewiger Wanderer bin. Nicht ohne Obdach, aber doch ohne zu Hause, nicht alleine und doch einsam, nicht alt und nicht jung, mit endlosen Bilderfluchten im Inneren - manche davon vielleicht gar nicht selbst gesehen und erlebt.
So ist es. Und es ist gut :-)
Wien, 1986 bis 1989
Mittwoch, 14. April 2010, 12:07
Wer interpretiert "Smoke Gets in Your Eyes" schöner, als
Bryan Ferry & Roxy Music auf "Street Life: 20 Great Hits"?
Moment-Erinnerung an Wien, 1986 bis 1989 :-)
"Smoke Gets in Your Eyes"
by Jerome Kern and Otto Harbach, 1933
They asked me how I knew
My true love was true
Oh, I of course replied
Something here inside cannot be denied
They said someday you'll find
All who love are blind
Oh, when your heart's on fire
You must realize
Smoke gets in your eyes
So I chaffed them and I gaily laughed
To think they could doubt my love
Yet today my love has flown away
I am without my love
Now laughing friends deride
Tears I can not hide
Oh, so I smile and say
When a lovely flame dies
Smoke gets in your eyes
Immer wieder |<<
Montag, 12. April 2010, 21:15
Fotografieren mit Musik aus dem iPod an den Ohren kommt für mich nicht in Frage. Beim Bild-Aufnehmen sollen Inneres und Äußeres ideal verschmelzen, ohne weitere Einflüsse, da möchten wir ungestört sein ;-)
Beim Bild-Bearbeiten am Rechner ist es für mich anders.
Wie der große amerikanische Landschaftsfotograf Ansel Adams einst sinngemäß bemerkte, gilt es, das jeweilige fotografische Negativ bei der Bildausarbeitung geeignet zu interpretieren. Hier ist Musik höchst willkommen, da sie Stimmungen befördert, Erinnerungen und Emotionen bringt, unter Umständen zu unvorhergesehenen Bearbeitungsergebnissen führt ...
Besonders eignet sich Musik, die man in früheren Tagen gehört hat, die in verschiedenen Situationen begleitet hatte, mit vergangenen Ereignissen unlösbar verbunden ist.
"Wish you were here" von Pink Floyd
ist in diesem Moment bei mir.
Erinnerungen an 1992 tönen das Bild in Photoshop am Monitor, ganz behutsam führe ich Regler nach, um Emotionen und Bildausdruck in Deckung zu bringen. Das ist ein tiefes Erleben, ich drücke am iPod immer wieder |<< um die Stimmung zu halten :-)
Ich bin gespannt, wie sich das in den nächsten Minuten jetzt weiter entwickeln wird.
Vor dem Juwelenkästchen und im Hafen von Olbia
Sonntag, 11. April 2010, 10:18
Gestern, am vereinbarten Treffpunkt Rochuskirche in Wien-Landstraße, Mittagsstunde, war ich völlig im Ungewissen.
Nervös ging ich immer wieder den Inhalt meines Fotorucksacks durch, ob ich auch alles dabei habe - Ladestand Akkus, Gegenlichtblende, Speicherkarte formatiert, Einstellungen an der Kamera, mein Asthma-Set auch wirklich eingepackt?
Der Grund für meine Unruhe war weniger die bevorstehende Fotografenarbeit als die quecksilbrige Frage, welche Installation
Carla Müller nach Ostern diesmal an welchem Ort anbringen würde.
Ein Auto biegt mit quitschenden Reifen bei Rotlicht um die Ecke, ich fahre zusammen. In diesem Moment schlägt die Turmuhr zu St. Rochus an ...
Mit meinen Klassenkameraden stehe ich im Stift Kremsmünster vor einem kleinen, hell erleuchteten Fenster aus dickem Glas. Seltsam vertraute, aber doch so fremde, Gesichtszüge in platinfarbenes Metall graviert, Felder aus Gold umgeben von matt funkelnden Edelsteinen, eine Krone, darauf ein schiefes Kreuz. Der Benediktinerpater erzählt uns die Geschichte des Tassilokelches, der vor uns steht. Es sei ein Kelch, der zur Hochzeit Herzog Tassilos, einige hundert Jahre nach Christi Geburt, angefertigt worden sei, die genauen Umstände seien jedoch genauso unbekannt wie das Datum der Herstellung.
Ich werde vom Zuhören und Staunen müde, das Panzerglas vor mir schimmert bläulich, wie ein riesiger, flacher Opal, Kremsmünster, Schatzkammer Wien, gleissendes Licht, Gold, Silber und Opal gehen ineinander über in einen spiegelnden See, Reichskrone des Heiligen Römischen Reiches, Maria-Theresia, erhoben im Kreise ihrer treuen Fürsten, A.E.I.O.U. zugleich als Schriftzug auf den Ärmelschilden der Fähnriche der Militärakademie und in meinem Grammatikbuch, Schulexkursion mit schwerem Besäufnis am letzten Abend ...
Carlas neue Installation vor mir
ist in diesem Moment keine Überraschung mehr.
Dass der Gebissteil im "Juwelenkästchen" ziemlich der Brücke ähnelt, die mir der Zahnarzt in seiner Ordination rund 300 Meter weiter unlängst eingesetzt hatte, erschien mir nur folgerichtig. Die signalgelbe Tablette darin und der tropenblaue Grund entsprechen exakt den Farben der Reederei, deren Fährschiff mich 1976 glücklich in den Hafen von Olbia auf Sardinien brachte.
"Nichts im Leben geschieht zufällig" sagen viele. Ohne weiter zu überlegen drückte ich den Auslöser meiner Kamera.
Die Fotos waren schon lange zuvor fertig.
Carla Müllers neue Installationen auf andereboxen.blogspot.com
Blog credits: Thanks to Carla Müller, Avril Lavigne and Bob Dylan
Die schönste kleine Analoge von Nikon!
Freitag, 9. April 2010, 20:49
Aktuell aus dem Nikon-Fotografie-Forum:
Zur "schönsten Professionellen von Nikon" hatten wir unlängst die F4 als analoge "Queen forever" gewählt. Ein fairer Wettkampf unter hoher Beteiligung fachkundiger Forenten mit denkbar knappem Ergebnis. Die Spannung, ob die F4 oder doch die F3 das Rennen machen wird, war bis zuletzt enorm!Jetzt geht es um die analogen Prinzessinnen - welche der
45 kleinen Spiegelreflexen*) ist die schönste?
Da bin ich jetzt wirklich gespannt!

--
*) Auflistung gemäß der Referenzwebsite "A Pictorial History of
Nikon Cameras"
Stille
Sonntag, 4. April 2010, 20:08
Nach einem guten Jiu-Jitsu-Training, aber auch einem ertragreichen Fotoausgang - so wie heute - zieht der Abendhimmel samtblau in den Osten, die Wiese dämmert müde grün, die Sonne sinkt langsam über andere Länder und der Geist geht auf im weiten Raum - erste Sterne funkeln.
Stille.
Was ist da jetzt der Unterschied zu meiner Digitalkamera?
Sonntag, 4. April 2010, 10:13
Wer noch nie (oder schon lange nicht mehr) mit einer analogen Kamera fotografiert hat, wird sich eventuell fragen, wie denn das ohne Display und Histogramm überhaupt funktionieren kann. Denn ein Vorzug der Digitalfotografie ist ja die Möglichkeit, Aufnahmen gleich vor Ort am Kamera-Display überprüfen zu können. Das Histogramm, also die Anzeige der Verteilung der hellen und dunklen Bildbereiche im Bild, ist dabei eine wichtige Hilfe. Insbesondere kann man damit sofort feststellen, ob Über- beziehungsweise Unterbelichtung vorliegt und die Aufnahme gegebenenfalls mit anderen Belichtungseinstellungen wiederholen.

Auf ein Histogramm zur sofortigen Kontrolle der
Belichtung muss man bei einer Analogkamera
verzichten.
Bei der analogen Kamera gibt es weder Display noch Histogramm zur Kontrolle. Darum ist es besonders wichtig, Film sorgfältig und vorausschauend zu belichten. Dabei kann es nie schaden, zwei, drei weitere Aufnahme mit unterschiedlichen Belichtungseinstellungen zu machen. Einer der "Shots" sollte dann passen. "Belichtungsreihe" sagen die Profis, "Bracketing" die Artilleristen beim Militär - gemeint ist das "Eingabeln" der richtigen Belichtung.
Ein weiterer Unterschied ist, dass Kleinbildfilm, also das
Format 24 x 36 mm, üblicherweise nur in Patronen mit maximal
36 Aufnahmen zur Verfügung steht. Jede aktuelle Speicherkarte kann jedoch ein Mehrfaches an Bildern aufnehmen, und so passiert es beim Analog-Fotgrafieren rasch, dass man auf den Auslöser drückt, aber der Film schon "durch die Kamera" ist. Daher ist es eine gute Idee, bei der Fotografie auf Film ein bisschen zu planen und auch daran zu denken, dass Film und Entwicklung immer wieder kosten. Im Gegensatz zur Speicherkarte, die man einmal kauft und dann beliebig oft mit Bildern füllen kann.
Das ist nur auf den ersten Blick ein Nachteil - Kenner meinen, dass diese Beschränkung den Reiz der Analogfotografie sogar erhöht. Denn etwas, das knapp ist, hat, so gesehen, auch mehr Wert: Man muss mitdenken, sich die zur Verfügung stehenden Aufnahmen einteilen,genügend Filmpatronen mit dabei haben, das Filmwechseln
üben ...
Es gibt natürlich noch weitere Unterschiede zwischen analoger und digitaler Fotografie, das sind jedoch einmal die wichtigeren.
Wussten Sie übrigens, dass das Thema "Akkus und Batterien" bei manchen klassischen Analogkameras so gut wie keine Bedeutung hat? Eine Knopfzelle für den Belichtungsmesser, die lange hält, und ein Daumen zur Betätigung des Filmtransporthebels machen dem stärksten Akku auf Dauer locker Konkurrenz ... ;-)
Nikkor 28-50/3.5 AI-s: "variable Normalität"
Samstag, 3. April 2010, 11:21
Ich habe dieses Nikkor Normalzoom noch nicht so lange und bin von diesem Objektiv - nach der gestrigen Einweihung auf der Straße - sehr angetan.
Der Brennweitenbereich geht von normal bis noch als "normal" akzeptierbaren Weitwinkelbereich, perspektivische Übertreibungen sind damit nicht möglich, dennoch ist man nicht an die Standard-50 gebunden. Beim Zoomen bin ich überrascht, wie deutlich sich 28 bereits von
50 Millimetern unterscheiden.
Das 28-50er ist grundsolide gefertigt, es ist ein kurzes Schiebezoom, die zughörige Gegenlichtblende Nikon HK-12 ist aus Metall und eine recht große, zylindrische Angelegenheit. Die Kombi Objektiv + Blende sieht "kräftig" aus.
An der Nikon F3 mit der Einstellscheibe "J" dann und wann Probleme, zwischen flirrenden Mikroprismen und "Ruhe im Prismenfeld" = "Schärfe erreicht" zu unterscheiden, Fokussierung im Zweifel dann auf der Mattscheibe. Das wird an der Lichtstärke des Objektiv liegen, ab f = 3.5 empfiehlt Nikon die Einstellscheibe "R", die ich beim nächsten Ausgang für das 28-50er probieren werde.
Wie es mit Verzeichnung, Schärfe etc. aussieht, weiß ich nach dem Scannen und Aufzoomen (Pixelpeeping ;-) in Photoshop.
Ein schönes, kompaktes Objektiv mit für mich sinnvollem Brennweitenbereich, der mich den Unterschied zwischen Normal und Weitwinkel anschaulich lehrt.
Wir werden ab nun öfters miteinander unterwegs sein, das steht fest! :-)
Ich stelle fest
Donnerstag, 1. April 2010, 21:10
Weil gerade wieder eine minte Nikon F4 zum Schandpreis von unter
EUR 200,- aus der Bucht gezogen wurde.
Bevor ich eine Kamera
zum Schandpreis
abgebe,
versenke ich sie,
von eigener schwerer Hand,
in der Donau
unterhalb von
Wien.
Ja, das würde ich so machen.














