Endlich Schluss damit!
Dienstag, 30. Juni 2009, 22:20
Mein Vorschlag an die Foto-Community: Endlich Schluss mit dem wechselseitigen, völlig sinnlosen Herumgezerre zwischen Analog und Digital!
A ist für sich eine ganz eigene Schiene, wenn der Workflow Film - Dunkelkammer heisst. Was da rauskommt, hat mit D wenig gemein.
D ist für sich eine ganz eigene Schiene, wenn der Workflow Speicherkarte - Bildschirm/Printer/LCD-Display am Schreibtisch heisst. Was da rauskommt, hat mit A wenig gemein.
A + D treffen sich, wenn der Workflow entweder Film - Scanner - Bildbearbeitung oder Speicherkarte - Bildbearbeitung heisst.
Dann sind die Unterschiede nur mehr in Details festzumachen (Belichtungsumfang, ästhetischer Aspekt Korn - Pixel, Artefakte Digitalfotografie, Möglichkeiten RAW-Format, Tonwertwiedergabe Analog schwarz-weiß, Farbcharakteristik Colorfilme, maximale Informationsmenge im Kleinbildformat ua.).
Und:
Das Herumgehacke auf der jeweils anderen Fraktion ist für mich auch eine Bewältigungsstrategie, um latente/diffuse Ängste zu bewältigen:
"Analogklammerer": Angst vor der rasanten digitalen Weiterentwicklung, der scheinbaren Unübersichtlichkeit, dem Empfinden, nicht mehr mitzukommen, der scheinbaren Grenzenlosigkeit digitaler Daten, dem scheinbaren Monstrum Photoshop (ist es nicht! ;-) der - leider noch immer - sehr hohen Investitionen in A-Klasse DSLRs (Vollformat), usw.
"Digitalklammerer": Die Angst, nicht als Fotograf mit einem vollwertigen, eigenständigen, abgegrenzten Medium wahrgenommen zu werden, der Angst vor mangelnder Exklusivität (jeder der einen PC bedienen kann, kann Bildbearbeitung - tatsächlich???, aber nicht jeder, der eine Dunkelkammer sich anschafft kann vergrößern ...), das Vermissen ausgereifter, fertiger Produkte (Sehnsucht nach "der Kamera fürs Leben"), die - scheinbare - Überschaubarkeit der analogen Technik im Vergleich zur uferlosen, medienübergreifenden Digitaltechnik, das Bewusstsein, keine Originale zu produzieren und so weiter.
Schluss damit!
Fotos sollen gemacht werden mit allen Mitteln, die wir in die Finger kriegen! Ich will keine fotografische Technik missen und ich will nicht die aktuellen Möglichkeiten der Bildbearbeitung verleugnen, ich wäre doch ein Narr, wenn ich mich heute, 2009, nur auf das beschränke, was in der Dunkelkammer möglich ist. Und ebenso wäre ich ein Narr, wenn ich die Unikate aus der Dunkelkammer nicht schätzen würde.
Glücklich dabei diejenigen von uns, die es analog lernten und digital jetzt perfektionieren! Der Vergleich macht glücklich, ich staune jeden Tag aufs Neue, wenn ich die Möglichkeiten vergleiche. Und bin froh, gerade jetzt Fotografieren und Bildbearbeiten zu dürfen. In meinem Fall als Hybrider > Analog aufnehmen - digital verarbeiten. Und ab und zu auch als rein Digitaler ;-)
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Veröffentlicht in Nikon-Forum, 30. Juni 2009
Ad "Unfeasible Love"
Donnerstag, 25. Juni 2009, 18:45
Wenn Fotografie unsere Gefühle vermittelt und wenn unsere Gefühle über die Fotografie aufgenommen werden, dann hat sie als Medium eine hohe Bestimmung erfüllt.
Unfeasible Love, Wien, April 2009
Danke an Peter für die Gespräche zu diesem Thema.
Danke an Hans für die E-Mail-Korrespondenz dazu.
Danke an Arksun für "Arisen".
Analog aufgenommen - und was dann?
Mittwoch, 3. Juni 2009, 14:33
Was mache ich mit meinen belichteten Filmrollen, sobald ich sie aus der Kamera genommen habe? Wie sieht mein Workflow aus?
NEGATIVFILME (Kodak Ektar 100, Kodak Portra 400 NC, Kodak BW 400 CN) lasse ich im Fachlabor entwickeln.
SCAN mache ich selbst > 800x600-JPEGs aller Aufnahmen zur Katalogisierung in Adobe Bridge, ich verlasse mich dabei auf die automatische Belichtungssteuerung in NikonScan.
AUSWAHL der Aufnahmen wird "roh" (alle Automatiken off bis auf ICE-Staubkorrektur) als 16-Bit-TIFFs gescannt und mit
COLORNEG (PlugIn fuer Photoshop) in Positive konvertiert.
ANSCHLIESSEND immer gleicher Bearbeitungsablauf in Photoshop CS4 (den ich allerdings ständig versuche zu verbessern) > mein Motto: "optimieren und nicht manipulieren" (wo da die Grenze verläuft wäre eine eigene Diskussion ;-)
FINAL VERSIONS als 8-Bit-TIFFs (Adobe RGB) ins Archiv, Negative möglichst staubfrei endlagern.
ABSCHLIESSEND JPEGs runterrechnen für subworld.at
AUSGABE: Grundsätzlich nur für meine Website, größere Formate
(50 x 60 cm) lasse ich im Fachlabor am Durst Lambda ausbelichten, bis A3+ drucke ich selbst aus.
ALLES läuft unter Farbmanagement, sonst würde sich die Arbeit nicht auszahlen!
UND: manisches Datensichern!
Das ist zwar alles arbeitsintensiver und zeitaufwändiger, als mit RAW-Files aus der Digitalkamera zu arbeiten, aber siehe dazu hier.
Fazit: Für mich als Privatanwender gut machbar, würde ich jedoch beruflich fotografieren, dann nur mehr mit der digitalen Spiegelreflex, ganz einfach deswegen, weil es in der Bearbeitung schneller geht. Das Einzige was ich bei Analog vermisse, sind die EXIF-Daten, die einem das Archivieren so viel einfacher machen.
Aber man muss ja nicht alles haben! ;-)
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Veröffentlicht in Nikon-Forum, 3. Juni 2009
Wieder und noch immer Analog!
Montag, 1. Juni 2009, 18:20
Seit einem Jahr fotografiere ich wieder und noch immer Analog. Die hochwertige digitale Spiegelreflex kommt nur mehr selten in die Fototasche.
Kosten für Filme und Fachentwicklung, größerer Zeitaufwand bedingt durch Scannen, eingeschränkte Informationen im Bildarchiv weil Film EXIF nicht kennt, die Bildqualität meiner Vollformat-Digitalen ist besser und im Kühlschrank ist auch weniger Platz, weil mein Filmvorrat Wärme nicht mag.
Warum tu ich mir das an?
Weil analoge Fotografie insgesamt eine wunderbare Herausforderung darstellt. Damals in der Dunkelkammer und heute beim Scannen und Weiterverarbeiten in Photoshop. Es ist mehr zu tun und auf mehr zu achten. Das gibt größere Befriedigung als der rein digitale Workflow. Vielleicht arbeite ich auch deshalb gerne mit Film, weil analoge Fotografie noch zu be-greifen ist und mit Hand-Werk zu tun hat.
Ja, und das ist wohl auch ein Grund: Eine frisch geöffnete Filmdose riecht wunderbar nach Lösungsmittel! ;o))
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Veröffentlicht in Nikon-Forum, 1. Juni 2009





