Aus dem Leben eines Einstellscheibensammlers
Sonntag, 19. April 2009, 17:34
Also die Einstellscheiben insbesondere für Nikon F3 bis F5 sind ja schon ein eigenes schönes Sammelgebiet, kleine wertige Pretiosen, die man je nach Objektiv und Tagesverfassung wechseln kann.
Ist der Tag eher mau, lege ich mir in F3 und F4 eine aus der G-Reihe ein, dazu ein lichtstarkes Objektiv und schon scheint mir im Sucher die Sonne, kleine Kristalle glitzern im Zentrum - ein Dreh mit dem Fokusring und die Welt ist klar, ruhig und rein ...
Nun dachte ich, ich hätte für die F3 wirklich alle Scheiben, die ich mit meinen vorhandenen Nikkor-Objektiven nutzen kann.
Ist nicht wahr, eher zufällig kam unlängst ein Nikkor AI 28/2.8 Weitwinkelobjektiv zu mir, und Teufel auch, dazu braucht es auch die schöne H1-Einstellscheibe, wenn man denn komplett sein will. Gesucht in der Bucht, gefunden in der Bucht: Anbieter #1 liefert nur in den USA aus, Anbieter #2 aus dem benachbarten Ausland schickt sogar nach Österreich aber insgesamt würde ich fuer den Preis den ich gezahlt habe, vermutlich drei aus den USA bekommen ...
Macht aber nichts, denn eine Einstellscheibe hat man oft vor Augen und mit der H(x) ist das Fokussieren ohnehin ein Erlebnis, da man damit - ohne die Kamera schwenken zu muessen - jede Ebene im Motiv scharfstellen kann dank durchgaengiger Mikroprismenfläche.
Für die F4 ist die G-Reihe sehr schwer zu finden, G2 ist seit zwölf Tagen unterwegs an mich aus den Vereinigten Staaten, wenn doch nur schon der Postmann geklingelt hätte ...
Ob ich für die 4er jemals eine J bekomme? Ich gebe die Hoffnung nicht auf.
20 Jahre als Fotograf durch Wien
Mittwoch, 8. April 2009, 12:44
Gestern, in einem an sich nicht schlechten Wiener Gemeindebezirk mit der Nikon F4 unterwegs, richtete mir eine Abordnung der Jugend dieser Stadt ein joviales "Arsch" beim Passieren aus. Mein Fehler war wohl, nicht gleich weggeblickt zu haben, aber wie aus der Theorie der Selbstverteidigung ja bekannt, kommt vor dem Zuschlagen so gut wie immer das Spiel mit der Psyche, um auszutesten, wieviel Angst das Gegenüber zeigt. Also offenkundig hab ich es ja richtig gemacht, ich kann immer noch ohne jede Einschränkung durch den Sucher blicken ...
Ansonsten bin ich seit 20 Jahren in Wien mit der Kamera unterwegs, bevorzugt in Gegenden, die eher nicht im Fremdenführer genannt sind, und ich kam noch nie in eine brenzlige Situation was die Sicherheit von me and the camera betrifft. Obwohl, einmal hatte ich einen betagteren Herren durch reinen Blickkontakt über rund 25 Meter zu einer schauerlichen Brüllerei provoziert, gehe aber davon aus, dass ich da nur der letzte, eher zufällig anwesende, Tropfen fürs psychische Überlaufen war.
Meine Erfahrung mit großen Kameras um den Hals ist, dass die Leute einen durchwegs für einen Berufsfotografen halten und sich eher interessiert als aggressiv zeigen. Mit der digitalen Spiegelreflexkamera geschah es mir vor einiger Zeit sogar, dass ich Auskunft geben musste, "ob wir heute eh ins Fernsehen kommen". Allerdings fotografiere ich nur sehr selten Menschen in "direkter Konfrontation".
Viele Begegnungen können sich scheinbar auch nicht erklären, wo ich manche meiner Motive sehe, wenn ich die Kamera auf zerschrammte Hausfassaden oder Brückenpfeiler-bei-schlechtem-Licht halte, durchaus bevorzugte Aufnahmeobjekte innerhalb meines Wahrnehmungskreises ... Soetwas macht mir immer Spass, auch wenn sich vermutlich einige dieser Beobachter im Stillen an die Stirne tippen ...
---
Veröffentlicht in Nikon-Forum, 8. April 2009





