Analoge "Bildfehler" - als Charaktermerkmale erhalten oder korrigieren?
Freitag, 20. Februar 2009, 17:24
In der "klassischen" Analogfotografie ist die Korrektur von Bildfehlern (Verzeichnungen, Randunschärfe, Vignettierung, Farbsäume, Farbstiche, event. Korn etc.) nicht (Dia) oder nur mit grossem Aufwand (Dunkelkammer) möglich.
In der Digitalfotografie werden solche Bildfehler teilweise bereits automatisch in der Kamera korrigiert oder lassen sich in der Bildbearbeitung (Adobe Camera RAW, DXO, PTLens ua.) einfach beseitigen/verbessern.
Ich frage mich, ob man in der Hybridfotografie (analog fotografieren und einscannen)
diese "Kenn-(Güte?)zeichen" der Analogfotografie beibehalten soll, also keine Korrektur durch Bildbearbeitung, oder
ob man versuchen sollte, ovale Fensterrahmen, gebogene Gerade, buntes Weiß etc. durch "Pixelpolitur" in Form zu bringen
Ich meine das nicht als technische Überlegung (einmal digitalisiert ist es ja egal, woher die Bildinformation kommt und was man damit macht), sondern als ästhetisch-stilistische.
These (eingeschränkt auf künstlerische Fotografie):
Die Analogfotografie besteht neben der digitalen Fotografie umso erfolgreicher als eigenständiges Stilmittel, als sie ihren traditionellen "Wesenszügen" treu bleibt. Dazu gehören auch die beschriebenen Bildfehler, die man - positiv - auch als "Charaktermerkmale" der analogen Fotografie bezeichnen könnte, und die so zu ihrer Eigenheit beitragen.
Dass die Analogfotografie mit diesen "Charaktermerkmalen" in Verbindung gebracht wird, zeigt die inzwischen reichlich vorhandene "Retrosoftware" in der Bildbearbeitung in Form von PlugIns/Filtern fuer Photoshop/andere Bildbearbeitungsprogramme, zB zur Nachbildung von Korn oder der Farb-/Tonwertwiedergabe klass. Color-/SW-Filme, zur Simulation von Crossentwicklung, Farbstichen bzw. zum Trimmen auf "alte Fotos" ua.
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Veröffentlicht in Nikon-Forum, 19. Feb. 2009
Opfer der legendären Nikon F3/T "Champagne"
Montag, 16. Februar 2009, 19:55
Seit Weihnachten gab es auf Subworld.at keine neuen Fotos und keine neuen Blogeinträge mehr.
Was ist passiert?
Nun, ich wurde recht unvermittelt Opfer der Nikon F3/T "Champagne", Nikons Top-Profikamera von 1980 bis 2001 aus der legendären F3-Serie, gefertigt zum Teil aus dem nahezu unzerstörbaren Werkstoff Titanium.
Die F3 kam blitzartig über mich.
Angeregt durch zwei als Geschenk erhaltene Nikon-Kameras, erinnerte ich mich plötzlich wieder an den Traum meiner Jugend, der damals unleistbar als solcher an mir vorbeizog. Das war DIE Kamera und ich hatte es mittlerweile schon fast wieder vergessen gehabt!
Dann ging es rasch:
Ich hatte die - recht seltene - "Champagne" auf ebay gefunden, einen wahren zweiten Kamerafrühling erlebt und durchlitten, mich mit ihr eingehendst beschäftigt und mittlerweile einiges an Original-Zubehör erworben. Da war viel zu lernen, zu suchen und zu sehen. Jetzt ist alles geordnet, verstanden und bereit, zum Fotografieren eingesetzt zu werden.
Ich kann nur soviel sagen: Ich bin dem Charme der "Champagne" restlos erlegen, diese Kamera ist wunderbar!
Nikon F3/T: grundsolide primitiv
Die F3/T ist grundsolide gefertigt für den harten beruflichen Einsatz, wird manuell fokussiert und bietet an Automatik sehr wenig.
Im Vergleich zu einer aktuellen digitalen Spiegelreflexkamera wirkt die F3/T geradezu primitiv - und genau das macht sie so anziehend! Anstatt einen tragbaren Hochleistungscomputer mit 1000 möglichen Funktionen zu bedienen, geht es wieder darum, sich mit den einfachen technischen Grundlagen der Fotografie auseinanderzusetzen, denn hier nimmt einem die F3/T mit ihrer simplen Zeitautomatik und selektiv-mittenbetonten Integralmessung nur sehr wenig Arbeit ab.
Verschluss spannen und Film transportieren, Scharfstellen von Hand, Blende vorwählen, die automatisch angezeigte Zeit prüfen, gegebenenfalls korrigieren - und auslösen. Laut "klack" macht es dann, oder "miauu" wenn der Motor angesetzt ist.
Keine Suche nach Funktionen, vergraben in verschachtelten Bildschirmmenüs, keine mehrfach belegten Tasten und Tastenkombinationen, kein verwirrender Lichterzauber im Sucher mit Anzeige von Drittelblenden und Drittelzeitstufen (die kein Fotograf auswendig herunterbeten kann und braucht). Alles einfach, alles übersichtlich. Und alles gnadenlos im Effekt, wenn man beim Einstellen einen Fehler macht.
Ja, das ist wieder hart am Wind, draussen auf der See, das Steuerrad in beiden Händen, Wellenschlag und Sonnenschein erbarmungslos, die Salzgischt im Gesicht - GREAT!!
Selbstverständlich
zählen für den Betrachter in der Fotografie nur die Bildergebnisse.
Und so darf ich mit großer Vorfreude ankündigen, dass es auf Subworld.at demnächst wieder weitergeht mit Impressionen und Betrachtungen meines liebsten Motivs, der Stadt Wien.
Bleiben Sie uns treu, es lohnt sich!
Herzlichst Ihre
Andreas Thaler,
Subworld.at und
F3/T "Champagne"!
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Informationen zur Nikon F3:
Nikon F3 auf mir.com
Die beste und informativste Site zur F3 und Nikon in diesem Internet!
Eigene Publikationen zur F3 im deutschsprachigen
Nikon-Fotografie-Forum (erschienen unter dem Nickname "Ando"):
MF-Nikon-Objektive:
Tipps und Hinweise fuer den Kauf (15. Feb. 2009)
MF-Nikons: Was soll ich beim Kauf beachten? (14. Feb. 2009)
Was ist geschehen? (pers. Gedanken zur F3 - lang!) (8. Feb. 2009)
F3: Kleines persönliches Mattscheiben-ABC (4. Feb. 2009)





