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L?

Spannender Film

Samstag, 15. November 2008, 22:39

Heute war ich wieder mit meiner Kleinbildkamera - also analog - unterwegs, in Fünfhaus (15. Wiener Gemeindebezirk), bei und nahe der Kirche Maria vom Siege.

An der Canon EOS 1V-HS mein Canon EF 14 mm f/2.8L II USM das mir für meine Stadtausflüge sehr ans Herz gewachsen ist. Gerade in der schmalen Zone Hausmauer - Gehsteig - parkende Autos sind mit dieser Festbrennweite fast alle Platz- und Distanzprobleme wunderbar gelöst bei ausgezeichneter Bildqualität. Ein richtiges Gassenobjektiv also! ;-)

Fotografiert habe ich auf dem brandneuen Kodak Professional Ektar 100 Farbnegativfilm (eben erst im Oktober auf der Photokina vorgestellt). Entsprechend gespannt bin ich, wie der Scan ausfallen wird. "World's FINEST Grain" steht ja auf der Filmpackung und auch sonst habe ich über diesen jüngsten Spross der analogen Kodak Professional-Linie nur das Erfreulichste im Web gelesen was Schärfe, Auflösungsvermögen oder Farbwiedergabe betrifft.


Mit Film in der Kamera

ist es für mich immer spannend. Ich muss mich stärker auf die Motivbeleuchtung konzentrieren, weil ja - im Gegensatz zur digitalen Aufnahme - eine Überprüfung der Bildes vor Ort nicht möglich ist. Auch die Bildschärfe offenbart sich, nach der Filmentwicklung, erst frühestens am Leuchtpult bei der Begutachtung mit der Lupe. Da ist es natürlich unbedingte Voraussetzung, Verschlusszeit und Blende sowie die Kamerahaltung besonders kritisch zu überprüfen und im Zweifel lieber zwei oder drei Aufnahmen mehr zu machen. Nach dem Auslösen ist das Bild ja unveränderbar "im Kasten" - so oder so.

Dieses "definitive Erlebnis" in einer, ansonsten nahezu beliebig, manipulierbaren digitalen Fotowelt, ist für mich ein wesentliches Argument, auch auf Film zu fotografieren. Anfangs habe ich das als Einschränkung empfunden oder als Rückschritt, jetzt möchte ich diesen Zwang zur besonderen Konzentration auf die Aufnahme nicht mehr missen.


Zusätzlicher Spaß

Mit Film arbeite ich hybrid, also analoge Aufnahme auf Farb- oder Schwarzweiß-Negativfilm mit anschließendem Scan und Weiterbearbeitung in Photoshop. Mein Workflow dazu ist aufwändiger und umfasst mehr Bearbeitungsschritte als für meine RAW-Aufnahmen. Das macht mir zusätzlichen Spaß, denn es bringt mehr Handwerk in die Arbeit mit dem Computer und erinnert mich so ein bisschen an die längst vergangenen Nächte in der Dunkelkammer ...

Schön übrigens, dass große Filmhersteller wie Kodak auch weiterhin neue Filme auf den Markt bringen und dass sich das Medium offenkundig seinen (Überlebens)Platz einmal gesichert hat, zumindest bei den professionellen Anwendern. Siehe dazu den interessanten Bericht zur Photokina 2008 von Henning Serger auf aphog.de

--


Empfehlung zum Thema:

"Warum analog?" Eingehende Diskussion zu den Vor- und Nachteilen der Filmfotografie, ebenfalls auf aphog.de

Technischer Fortschritt: Wo Begeisterung herrschte ...

Samstag, 8. November 2008, 23:23

... macht sich heute immer öfter ein 
Gefühl von Müdigkeit und Gleichgültigkeit 
breit ...

... macht sich heute immer öfter ein
Gefühl von Müdigkeit und Gleichgültigkeit
breit ...



Neue Produkte in immer kürzeren Intervallen, doppelte Leistung bei gleichbleibendem Budget, die Spitzenkamera von heute morgen nur mehr ein Stück Techniknostalgie, vergessen im Schrank oder verstoßen nach Ebay ...


Manchmal kann es einem schon zuviel werden,

was sich da auf dem Markt für Digitalfotografie und digitale Bildbearbeitung seit Jahren unvermindert abspielt. Wo vor noch nicht allzulanger Zeit Begeisterung herrschte über jeden neuen technischen Fortschritt, über jede neue Verheissung hin in Richtung spektakulär bessere Bildqualität, macht sich heute immer öfter ein Gefühl von Müdigkeit und Gleichgültigkeit breit. Zumindest bei mir.

Gerade erst auf der neuen Kamera oder der neuen Photoshop-Version eingearbeitet und schon muss wieder der Nachfolger beziehungsweise das Upgrade her? Warum eigentlich und was bringts mir und meiner Fotografie wirklich?

Widerwille geht über in Trotzigkeit und muss sich dennoch fügen, denn die Angst, den Anschluss zu verlieren, nicht mehr State-of-the-art zu sein, ist stärker.


Solche Gedanken und Gefühle

kommen mir in letzter Zeit immer öfter und ich finde das gut so. Denn es zeigt, dass hier eine Auseinandersetzung passiert deren Ursprung in der Frage nach dem "Warum" liegt. Warum eigentlich immer nur mit dem neuesten Equipment arbeiten, warum immer höher aufgelöste Fotos produzieren, warum ausschließlich nur den aktuellen Photoshop am Rechner? Und schließlich: Warum das alles finanzieren?

Aktuell bin ich - technisch gesehen - vorne mit dabei. Kein Teil meiner Ausrüstung schränkt den anderen aus Alters- und damit Leistungsgründen ein. Es ist alles da, was ich vernünftig einsetzen kann für meine Fotografie. Die Gerätschaft entspricht mittlerweile dem, was auch Berufsfotografen verwenden.

Aber mache ich heute tatsächlich "bessere" Fotos als vor fünf Jahren oder zuvor in den 80ern, als ich analog fotografierte? Und arbeite ich heute mit Photoshop CS4 tatsächlich besser als damals mit
Photoshop Elements 1.0?


Technisch gesehen

haben sich meine Fotos sicher verbessert, zwangsläufig brachte der technolgische Fortschritt bessere Bildqualität, sowohl seitens der Aufnahme als auch hinsichtlich Bildbearbeitung, RAW war hier einer der Meilensteine.

Aber - und darum sollte es ja eigentlich vorrangig gehen - sind meine Fotos auch inhaltlich besser, das heisst für mich "anspruchsvoller", geworden? Ich denke, ja. Aber das hat mit der Technik eigentlich wenig bis nichts zu tun. Es ist vielmehr das Ergebnis aus meiner Auseinandersetzung mit Fotografie und Motiven, mit meiner Umgebung und mit mir selbst.


Und das ist auch schon die Erkenntnis:

"Unsere" - wenn ich das so verallgemeinert sagen darf - Fotografie hat wenig mit unseren Kameras zu tun und mit der Art und Weise, wie wir unsere Bilder technisch bearbeiten.

Unsere Fotografie hat mit uns zu tun.

Das ist alles.

Und das, finde ich, ist sehr viel.

Siehst du kein Motiv ...

Samstag, 1. November 2008, 20:14

... dann gehst du zu schnell.