Endlich komplett ausgestattet
Freitag, 20. Juni 2008, 21:50
Nach einigem gedanklichen und auch emotionalen Hin und Her hab ich's dann doch getan und jetzt bin ich glücklich, mich dafür entschieden zu haben:
Den Kauf zweier fabrikneuer Spiegelreflexkameras von Canon!
Und?
Ja, das Besondere daran ist, dass in beide Kameras - tatsächlich! - KLEINBILDFILM eingelegt wird, ganz so wie früher erst unlängst, als die Digitalfotografie bestenfalls eine vage Idee der Zukunft aber noch lange nicht das Richtschwert über die analoge Fototechnik war!
Was soll man dazu sagen? Offenkundig völlig durchgeknallt! Oder?
Vielleicht, aber vielleicht auch doch nicht - darf ich erklären ...
Vor Jahren schon
machte ich mit der Analogfotografie radikal Schluss, verschenkte meine komplette Ausrüstung inklusive Dunkelkammer und begann, mich von meiner ersten digitalen Liebe, der Nikon Coolpix 2000, über die fabelhaften Olympus C-5050 Zoom und Olympus C-8080 Wide Zoom bis hin zur aktuellen Langzeitbeziehung Canon EOS-5D fortzuentwicklen. Analog war für mich tot, eventuell waren da ab und zu noch nostalgische Erinnerungen, aber sonst war das Thema für mich abgeschlossen.
Klar,
bei den phantastischen Möglichkeiten, die ein voll digitalisierter Workflow bietet - Bilder direkt aus der Kamera in den Computer übertragen, keine laufenden Kosten für das Aufnahmematerial, Nachbearbeiten mit Photoshop und Ausgabe dann flexibel je nach Wunsch. Wer quält sich da noch ab mit 36-Aufnahmen-Limit, Filmentwicklung, Scanner (von den Mühen in der Dunkelkammer natürlich gar nicht zu reden), Staubflecken auf Abzügen und anderen analogen Einschränkungen? Eben. Und so beschäftigte ich mich über die Jahre mit den Finessen der digitalen Bildbearbeitung, freute mich von Digitalkamera zu Digitalkamera über die ständig besser werdende Bildqualität, pries die Vorzüge der Digitalfotografie über die verstaubte Leiche Analog und machte mir eigentlich nur Sorgen, wie ich den immer höher werdenden Gigabyte-Foto-Datenberg auf meinem Rechner am besten verwalte und insbesondere sichere.
Mein umfangreiches Negativ- und Diaarchiv aus den 80er- und 90er-Jahren nahm ich mir vor, irgendwann-ganz-sicher zu digitalisieren, ansonsten beschäftigte ich mich aber nicht weiter mit meiner analogen Fotovergangenheit.
Unlängst ergab es sich plötzlich,
und ich wollte meine Zeit der 80er- und 90er-Jahre in Bildern wieder auferstehen lassen. War es Sentimentalität, war es Zufall, ich weiß es nicht.
Ein guter Scanner wurde angeschafft und die ersten 900 Schwarzweißnegative und Farbdias in langen Nächten auf Festplatte und Monitor gebracht.
Das war einerseits ein frohes Wiedersehen mit alten Freunden und Bekannten, andererseits umfing mich - völlig unerwartet - wieder der Zauber der analogen Fotografie, wie ihn die digitale für mich mit diesem Charme und in dieser Intensität noch immer nicht hat!
Ich erfreute mich - wieder - an den wunderbar zarten Tonwertabstufungen meiner Ilford XP-2-Negative, dem groben Korn meiner in Ilfosol eigenhändig zur Welt gebrachten Ilford HP5+ und natürlich an den chiquen Farbstichen meiner Kodachrome-Dias. "Das ist ja eine ganz andere Bildsprache als digital" dachte ich mir, und experimentierte, ob ich diesen besonderen Flair nicht auch per Bildbearbeitung beziehungsweise mit spezialisierten Plug-ins für meine digitalen Aufnahmen hinbekommen könnte.
Ich hinbekam nicht, trotz aller Bemühungen und Tricks - die Anmutung der analogen Filme ließ sich digital nicht "emulieren", zumindest nicht überzeugend.
Und so wurde aus dem Unerhörten,
nicht Eingeplanten - und vermeintlich für immer Abgeschlossenen - rasch die konkrete, heißblütig ersonnene aber dann kaltblütig durchgeführte Tat:
Zwei Händler in New York wurden als Lieferanten gefunden, zwei Bestellungen via Internet durchgeführt und nach jeweils ein paar wenigen Tagen erreichten mich zuerst eine fabrikneue Canon EOS ELAN 7NE und kurz darauf eine ebenso neue Canon EOS-1V. Beide Kameras ein Fest für Augen und Sinne, die 1V Repräsentantin der höchsten technischen Entwicklungsstufe in der SLR-Analogfotografie, zumindest, was Canon betrifft.
Ein XP-2-Vorrat wurde im Kühlschrank angelegt (Film ist noch immer erhältlich, wenn auch teilweise mit Wartezeit auf Lieferung verbunden), in einen Satz Gelbfilter für alle meine Objektive investiert (meine EF-Objektive von Canon sind natürlich kompatibel mit dem Neuerwerb) und ein Fachlabor für C-41-Filmentwicklung erfreulich rasch und unkompliziert gefunden.
Wunderbare Fotoausgänge und ebensolche Scann-Bildbearbeitungsabende und -nächte stehen nun bevor!
Was ich jedoch nicht rational erklären kann:
Erst mit diesen beiden Analog-Kameras fühle ich mich fototechnisch endlich komplett ausgestattet. Und das, obwohl - rein qualitätstechnisch gesehen - die Filmfotografie von der digitalen schon lange abgehängt wurde. Es scheint eben, als dass sich die Seele des jahrhundertealten Charmeurs Analog nicht so ohne weiteres digital reproduzieren ließe.
Beziehungsweise - welche Seele hat Digital?
Digital oder analog: Aufs Medium kommts nicht an ...
Sonntag, 15. Juni 2008, 17:27
(Publiziert am 15. Juni 2008 in de.rec.fotografie.)... Hm, ich denke, das haengt vom eigenen Zugang ab, ich kann auch
digital "langsam" fotografieren mit Bedacht.
Ich drueck eigentlich - egal welches System - nur dann ab, wenn ich ueberzeugt bin, mir das Bild dann zumindest am Rechner genauer anzusehen (habe keine Duka mehr). Alleine schon deshalb, weil es keinen Spass macht, 2 GB Daten von der Speicherkarte in den Rechner zu uebertragen, in Bridge dann zuzusehen, wie die Vorschaubilder eines nach dem anderen gerechnet werden, um anschliessend die meisten Bilder ohnehin wieder zu loeschen. Da wirds schnell inflationaer/ermuedend/saettigend und ich moechte mir meine schoepferischen Kraefte doch fuer die folgende Bildbearbeitung erhalten! ;)
In der SW-Duka arbeitete ich einst mitunter zwei oder mehr Stunden an einem einzigen Bild bis ich zufrieden war.
Da ist heute kein Unterschied, auch mit Photoshop vergeht die Zeit schnell,
insbesondere, wenn es technisch anspruchsvoller wird (zB Maskierungen) oder erst nach einiger Zeit klar wird, wie die gewuenschte Bildinterpretation am besten zu machen ist. Mein digitaler RAW-Workflow ist liebevoll pingelig und umfasst mehrere Stufen, ich feile gerne an feinen Details, immer vor dem Hintergrund, dass meine Fotos auch in Postergroesse vor Publikum (ohne Kordel als Abstandhalter dazwischen ;) bestehen muessen.
Nicht viel Unterschied bei Film zu digital - da bin ich eher noch sparsamer
beim Aufnehmen, erstens wegen der Kosten und zweitens scanne ich sowieso nur die allerbesten Bilder ein (Aufwand/Zeit).
Zusammengefasst: Aufs Medium kommts nicht an, sondern auf die eigene Einstellung und die eigenen Ansprueche. Arbeitslos wird man gerade bei einem anspruchsvollen digitalen Workflow in keinster Weise.
Ich habe natuerlich nichts gegen Fotografen, die pro Ausflug mind. 300 JPEGs mit nach Hause bringen und weiter damit nicht arbeiten - jeder so, wie er es fuer richtig haelt und wie es ihm Spass macht ;)
Rhythmus
Sonntag, 8. Juni 2008, 19:47
Gelangweilten Mitvierzigern meiner Generation empfehle ich, gelegentlich den musikalischen Horizont zu überschreiten, egal, welche Amplituden dort schon seit Jahrzehnten schwingen mögen ...
Etwaige Berühungsängste sind - zum Beispiel im Online-Shop von Apple für digitale Musik (iTunes-Store) - nicht mehr notwendig. Man muss den Verkäufer nicht wie einst bitten, eine Vinyl oder eine CD für einen aufzulegen, um kurz reinhören zu können - dieses Vergnügen verschafft man sich selbst und unmittelbar per Mausklick im Store.
Und so staune ich gerade über die euphorisierenden und belebenden Effekte von Trance - diese Musikrichtung ist in den 90ern scheinbar berührungslos an mir vorbeigezogen.
Für Einsteiger als Tipp: "Fusion" von Hiver & Hammer, aus "Trance Top 100, Vol.2". Man muss dazu ja nicht tanzen - mit dem Kopf im Rhythmus nicken tuts auch! ;-)
Aber auf gute Kopfhörer nicht vergessen - der Nachbar muss das Gesagte ja nicht ebenso sehen beziehungsweise will er es hören! :)
Komplett mit Analog
Sonntag, 8. Juni 2008, 19:21
(Publiziert am 8. Juni 2008 in de.rec.fotografie.)Vor einigen Jahren verschenkte ich meine Analogausrüstung
samt Duka an eine Hoffnungsträgerin und konzentrierte mich
ausschließlich auf Digital. Für mich war Analog tot und ich
wollte die Gerätschaft weder als Erinnerung noch als
Staubfänger im Schrank ablegen. Seitdem habe ich viel
in meinen digitalen Gerätepark investiert und bin mit erarbeitetem
D-Workflow, Möglichkeiten und Ergebnissen sehr zufrieden,
manchmal frustriert mich sogar die Perfektion, die digital
erreichbar ist ;)
Unlaengst schaffte ich mir einen besseren Kleinbildscanner an, um
- den eher öden - Job der Digitalisierung meines
umfangreichen SW-Negativarchivs zu erledigen. "Hauptsache
schnell gemacht" war meine Anforderung und "schade ums
Geld" für den Scanner, der ja dann nach Erledigung ohnehin
ab nach Ebay wandert, dachte ich.
Beim Einscannen der Negative und einiger
Streifen Kodachrome aus den frühen 90ern beruehrte mich
plötzlich etwas, das "rational" für mich nicht erklärbar ist: Die
Sehnsucht nach Film, Farbwölkchen und Korn, die
geringere Auflösung und leichte Unschärfe, die meine
Vollformat-DSLR "nicht liefern kann", die aber mit den
Reiz meiner alten Aufnahmen fuer mich ausmachen. Natuerlich lässt
sich das alles bequem digital simulieren > Exposure2, DXO-
Filmpack oder TrueGrain. Aber es ist nicht dasselbe.
Und so klickte ich bei Canon auf den Link, der zum Angebot
analoger SLRs führt, sehr lange war ich schon nicht mehr
dort. Erfreulich, dass immer noch ein recht umfangreiches
Sortiment angeführt wird, nur sind interessante Kameras
der oberen Mittelklasse leider nicht mehr in Onlineshops zu finden.
Da hat sich also Einiges doch rasch verändert lautete meine
Schlussfolgerung. Einzig B&H in den USA liefert noch in dieser
Kategorie.
Und so bin ich sehr gespannt, auf das, was die Post mir
bringen wird. Eine neue analoge SLR - daran hatte ich
wirklich nicht mehr gedacht!
Das Gefühl, dann endlich wieder *komplett* ausgerüstet zu sein -
ich kann auch das nicht rational erklären :-)
Ob auch wieder das Thema Duka aktuell wird? Mal sehen ...
Accessoires von Lensmate für die Canon PowerShot G9
Sonntag, 1. Juni 2008, 17:47
Für die Canon PowerShot G9 gibt es von Lensmate (Gig Harbor, US-Bundesstaat Washington) sinnvolles Zubehör, unter anderem einen Adapter für Filter, der gleichzeitig auch das Teleskop-Zoomobjektiv schützt sowie einen Handgriff, der die kleine Kamera "fassbarer" macht.
Ich habe vor einigen Tagen bestellt und bin schon gespannt. Mit den genannten Accessoires sollte die G9 als Straßenkamera-immer-bereit einsetzbar sein.
Einen schönen Bericht zu dieser Anwendung hat Nick Devlin auf The Luminous Landscape geschrieben:"The Canon Powershot G9 in Japan". Lesens- und sehenswert!





