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L?

Dfine 2.0

Samstag, 28. Juli 2007, 20:21

Ergänzend zu meinem Rausch-Beitrag vom 9. Juli hier noch die Information, dass Nik Software, Inc. diese Woche Dfine 2.0 zum smarten Entrauschen von Bildern herausgebracht hat.

Im Vergleich zur Vorgängerversion 1.0 ist die aktuelle Release sehr komfortabel = einfach zu bedienen, auf Wunsch kann manuell eingestellt werden. Die Resultate (bereits im Auto-Mode) entsprechen meiner Erfahrung nach denen, die mit Neat Image erzielbar sind, also kein Grund für Klagen.

Ideal zum Putzen von RAW-Aufnahmen mit hoher ISO-Zahl, die Adobe Camera RAW nicht ausreichend in den Griff bekommt.

Retusche

Sonntag, 22. Juli 2007, 18:57

Es ist auf den ersten Blick immer verlockend, Bilder zu retuschieren. Allerdings greift man damit in das Abbild der Realität ein. Ästhetisch können Fotos dadurch gewinnen, jedoch verlieren sie dabei fast immer auch an Tiefe.

Rauschfrei? Nein danke, mir ist ein guter Korn lieber!

Montag, 9. Juli 2007, 19:20

Wenn, zum Beispiel in de.alt.rec.digitalfotografie über Digitalkameras diskutiert wird, dann dauert es oft nicht lange und es geht um das spezielle Rauschverhalten des betreffenden Modells.

Die Intensität des "modernen Filmkorns" spielt offenkundig eine wesentliche Rolle bei der Kaufentscheidung und wird entsprechend leidenschaftlich debattiert. Ebenso die jeweiligen technischen Maßnahmen der Kamerahersteller zur Minderung des Geriesels in digitalen Fotos. Grundkonsens der Diskussionen, die ich in den letzten Jahren zum Thema verfolgte: Rauschende Kameras seien schlechte Kameras - ihre Besitzer im günstigsten Fall zu bemitleiden.

Natürlich blieb auch ich von diesem Thema nicht unberührt und studierte vor der letzten Kameraanschaffung eifrig die einschlägigen Diskussionsforen und Tech-Sites im Web. Ich war auf der Suche nach einem kleinen aber äußerst feinen Stellvertreter für meine voluminöse und schwere Spiegelreflexkamera, einem quicken "Immerdabei", der nichtsdestrotz Bilder in einer Qualität liefert, die man auch im Ausstellungsformat präsentieren kann. Und das selbstverständlich möglichst rauschfrei.


Meine Entscheidung fiel

auf eine Panasonic Lumix DMC-LX2, über die man sich im Web viel Gutes bezüglich Qualität ihrer Optik, Ausstattung und Verarbeitung erzählte. Kritisiert wurde im Wesentlichen nur ihr vermeintlich stärkeres Rauschen, welches durch die große Pixelanzahl auf einem relativ kleinen Chip bedingt sei. Man solle es sich vorher gut überlegen, ob man mit diesem Verhalten dann auch zurechtkäme, so der Tenor der Kommentare.

Ich habe mir die kleine Lumix gekauft und bereue meine Entscheidung in keinster Weise, im Gegenteil, ich bin glücklich, diese hervorragende Kamera zu besitzen und fotografiere mit ihr intensiver als mit meiner "Oberliga-Spiegelreflex". Die Bildqualität ist ausgezeichnet - und das Rauschen? Ja, das ist - wie auch bei anderen Digitalkameras - vorhanden, aber es hat lange nicht die Bedeutung und den Stellenwert, welche man ihm in den Diskussionen zumisst.


Natürlich,

es macht einen großen Unterschied, ob man sich bei der Rauschreduktion auf die in die Kamera eingebaute Software verlässt oder ob man im RAW-Format fotografiert und sich daher um die Filterung selbst kümmert. Wirklich störend - und das halte ich für den entscheidenden Punkt - ist nur das Farbrauschen. Das kann man jedoch - zum Beispiel in Adobe Camera Raw (ACR) - sehr einfach und ausreichend korrigieren, einmal Reglerziehen genügt. Das klappt auch bei höheren ISO-Zahlen und entsprechend stärkerem Farbrauschen. Wo ACR nicht weiterkommt, helfen auf Entrauschen spezialisierte Plug-ins wie beispielsweise
Neat Image, Dfine oder Noise Ninja.

Das Helligkeitsrauschen, als zweite Erscheinungsform digitalen Bildrauschens, korrigiere ich seit einiger Zeit überhaupt nicht mehr, im Gegenteil, ich halte es für sehr sexy, gibt es digitalen Aufnahmen doch wieder die Plastizität klassischer Analogfilme zurück. Denn monochrome Flächen im Bild profitieren von einer leichten Aufrasterung durch das Helligkeitsrauschen, in der Wirkung entspricht es recht genau dem Filmkorn der Chemiefilme (an dem sich interessanter Weise früher kaum ein Fotograf hörbar gestört hätte).


Also,

lassen Sie sich den Spaß an Ihrem Neuerwerb beziehungsweise die Vorfreude auf Ihren Endkandidaten nicht vermiesen. Schätzen Sie vielmehr vermeintliche Schwächen als Stärken und machen Sie sich frei vom technischen Perfektionsanspruch, der nur allzuschnell in Selbstzweck ausartet und lediglich zu austauschbaren, flachen Bildern führt.

Oder sind Sie tatsächlich der Meinung, dass Robert Capas wohl berühmtestes Foto von der allierten Landung in der Normandie 1944 mehr beeindruckte, wäre es frei von "Bildstörungen"?

Eben! :-)

Bernard Roberts: French Suites by Johann Sebastian Bach

Sonntag, 8. Juli 2007, 20:49

Als Bildbearbeiter verbringt man ja viel Zeit vor dem Rechner, versunken in die Welt der eigenen Bilder, um diese zu einer schöneren zu machen ... Dabei ist man aus Gründen der Konzentration doch besser alleine, Musik ausgenommen.

Bernard Roberts' Interpretation der Französischen Suiten von Bach gehört zum Schönsten, was ich seit langer Zeit gehört habe.