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L?

Auf dem Weg

Samstag, 28. Oktober 2006, 14:33

Kein bequemer Weg, aber der einzige,
der wirklichen Fort-Schritt erleben lässt.

Kein bequemer Weg, aber der einzige,
der wirklichen Fort-Schritt erleben lässt.


Sind Sie auch oft mit dem, was Sie in der Fotografie unternehmen und sich selbst als Bilder abliefern, unzufrieden? Beziehungsweise kennen Sie das Gefühl, dass Sie lange noch nicht genug wissen und können, um mit Ihren Bildern vor sich selbst zu bestehen, sowohl in inhaltlicher als auch in fototechnischer Hinsicht?

Dann freuen Sie sich! Denn Ihre Unzufriedenheit und Ihre Gefühle der Unzulänglichkeit und des Mangels bringen Sie weiter. Um diese loszuwerden, lesen Sie weitere Bücher, stellen Sie sich neue Fragen, suchen Sie stets, sich diese zu beantworten, experimentieren Sie bei Aufnahme und Bildbearbeitung und stellen sich und Ihre Arbeit grundsätzlich immer in Frage. Nein, das ist kein bequemer Weg, aber der einzige, der Sie wirklichen Fort-Schritt erleben lässt. Das gilt ja nicht nur für die Fotografie, sondern zum Beispiel auch für die Kampfkünste des alten Japan (Jiu-Jitsu, Kendo, Iaido, Karate ua), die nicht nur die Steigerung der eigenen Kampffähigkeit zum Ziel hatten, sondern immer auch die Selbstvervollkommnung am Do, dem Weg, der umso anstrengender und schmerzlicher zu gehen ist, je weiter man ihn bereits beschritten hat.

Ermutigend und deprimierend zugleich dabei das Wissen, dass das Ziel der Vollkommenheit nicht erreicht werden kann.

Lassen Sie also nach Ihrem nächsten Fotoausflug oder nach einer Nacht vor dem Rechner auch diese Gefühle zu, sie sind gut und helfen Ihnen, weiterzukommen. Meiden Sie Selbstlob, Eigenschmeichelei, gutmeinende Freunde, insbesondere solche, die Sie für einen Spinner und selbstquälenden Perfektionisten halten und Ihnen das TV-Gerät zur allabendlichen Kur empfehlen.

Und, ganz wichtig: Meiden beziehungsweise bekämpfen Sie ihren größten Feind am Weg - die Resignation.

Mit dieser Haltung sind Sie gut - weil tatsächlich - unterwegs.

Wir sehen uns! :-)

Sich widerspiegeln in untergehenden Sonnen.

Dienstag, 24. Oktober 2006, 22:04

Möge jeder das Foto erhalten, das er sich vorgestellt hat.

Möge jeder das Foto erhalten, das er sich vorgestellt hat.



Weil an einem meiner liebsten Orte im Usenet - in de.rec.fotografie - gerade wieder eine sehr, sehr engagierte Diskussion über Motive und Bildinhalte im Gange ist:

Ich denke, dass es völlig müßig ist, sich über gute oder schlechte Fotos zu unterhalten. Sicher, man kann einem Foto konstatieren, dass es technische Mängel aufweist, egal, ob diese bei der Aufnahme oder dann bei der anschließenden Bildbearbeitung entstanden sind. Anhand dieser Hinweise kann man für seine eigene Technik dazulernen beziehungsweise eigene Fehler künftig vermeiden.

Aber die Technik alleine macht ja bekanntlich noch kein gutes Bild. Dazu gehört selbstverständlich auch immer ein entsprechender (ich bleibe hier ganz bewusst unkonkret) Inhalt. Dem einen gefallen hier nun hübsche Blumen, dem anderen hechelnde Lieblingshunde und viele Fotofreunde erfreuen sich an untergehenden Sonnen an allen denkbaren Orten zu allen denkbaren Jahreszeiten. Recht so, jedem so wie es ihm gefällt, möge er nur genau jenes Foto erhalten, das er sich vorgestellt hat oder zumindest gute Zufallsergebnisse.

Ich glaube jedoch, dass sich in jedem Foto auch sein Fotograf widerspiegelt und dieses daher auch etwas über dessen Persönlichkeit erzählt.

Und so denke ich mir meinen Teil über die Fotografen hübscher Blumen, hechelnder Lieblingshunde und untergehender Sonnen. Und natürlich denke ich mir meinen Teil auch über Fotofreunde, die genau jenes Foto erhalten, das sie sich vorgestellt haben oder zumindest gute Zufallsergebnisse. Aber mehr auch nicht, denn mich interessieren eigentlich nur meine eigenen Fotos und meine eigene Persönlichkeit als Fotograf.

Und da lasse ich mir nun schon seit 20 Jahren herzlich wenig dreinreden.

Der Qual der Aus-Wahl ein Ende machen

Sonntag, 22. Oktober 2006, 20:13

Bilder bearbeiten, damit sie den eigenen Vorstellungen besser entsprechen, ist schön.

Noch schöner wird es, wenn man nicht nur ganze Bilder, sondern auch einzelne Bildteile den eigenen Wünschen anpassen kann. Also zum Beispiel eine Tafel an einer Hauswand aufhellen und im Kontrast verstärken und die Hauswand zugleich etwas abdunkeln, wie ich es in diesem Bild gemacht habe.

Um den Teil eines Bildes getrennt vom Rest bearbeiten zu können, muss man diesen Bildteil zuvor "auswählen". Das ist, je nach Form, eine der anspruchsvollsten aber auch reizvollsten Aufgaben, die man sich als Bildbearbeiter stellen kann.

Wer aber das Auswählen beherrscht, beherrscht zugleich sein Foto, weil er es danach gezielt verändern kann, also zum Beispiel die Helligkeit, den Kontrast oder die Farbe einzelner Bildteile anpassen. Kein Wunder, dass nahezu jedes Bildbearbeitungsprogramm eine ganze Batterie an automatischen Werkzeugen zur Verfügung stellt, die helfen sollen, diese Aufgabe zu lösen. Als Erfahrungsregel gilt hier, dass, je höher der Grad der Automatisierung und der damit gebotenen Bequemlichkeit, desto höher leider auch die Wahrscheinlichkeit, dass es dann nicht so klappt wie man es sich vorgestellt hat. Klar, das Programm kann schließlich nicht wissen, dass ich in obigem Beispiel nur die Tafel, nicht aber das darüber befindliche Mosaik meine.

Um es kurz zu machen: Wirklich 100 Prozent Kontrolle hat man (wie so oft) nur dann, wenn man sich selbst bemüht und in guter Handarbeit das auswählt, was einem auswählenswert erscheint. Das Werkzeug dazu heißt in Photoshop "Zeichenstift", mit ihm werden sogenannte "Pfade" angelegt, die die jeweils ausgewählten Bildteile mit einer feinen Linie umschließen. Mit dem Zeichenstift kann man ganz präzise gerade Linien und Kurven setzen und damit auch runde Formen präzise umfassen. Bis das jedoch klappt, bedarf es einiger Übung, Frustrationserlebnisse zu Beginn inklusive, denn den Zeichenstift muss man sich erobern. Ist einem das einmal gelungen, gibt es in Photoshop jedoch keinen besseren Freund, der einem bei der Verwirklichung der eigenen Bildbearbeitungs-vorstellungen behilflich ist.

Eine gute Übersicht und Einführung in das Thema "Zeichenstift und Pfade" findet sich auf www.on-design.de.

Wer voll in das Thema Auswählen und Maskieren einsteigen möchte, kommt an dem ausgezeichneten Buch "Masking & Compositing" von Katrin Eismann nicht vorbei. Masking & Compositing ist übrigens auch in einer deutschen Übersetzung erhältlich.

Machen Sie der Qual der Aus-Wahl ein Ende!

Lernen Sie Zeichenstift! ;)

Das Zonensystem als Vorbild

Donnerstag, 19. Oktober 2006, 0:27

Ich habe mir gestern und heute LightZone angesehen, eine Bildbearbeitung, die für sich reklamiert, unter anderem auf dem Zonensystem von Ansel Adams aus der klassischen Silber-Fotografie zu basieren. Das kann bekanntlich kein bescheidener Anspruch sein, demnach habe ich mir die Testversion sehr aufgeschlossen auf meinen Rechner geladen. Ich wollte zudem auch erleben, ob sich vielleicht ja wieder das Gefühl von 1987 bei mir einstellen würde, damals, als ich mit einem 1-Grad-Spotbelichtungsmesser von Soligor und "kalibrierter Entwicklung" versuchte, meine analoge Schwarzweißtechnik in den Griff zu kriegen.


Um es kurz zu machen,

LightZone ist tatsächlich ein interessanter Ansatz, der insbesondere ungeübten Bildbearbeitern beziehungsweise Fotografen, die möglichst intuitiv und ohne viel Aufwand Bilder optimieren möchten, entgegenkommt.

Das Programm ermöglicht dies durch eine sehr aufgeräumte und damit übersichtliche Oberfläche sowie mit Werkzeugen, von denen das wichtigste der sogenannte ZoneMapper ist. Damit lassen sich über eine Graukeilabstufung Tonwerte verschieben und spontan im Rahmen des Möglichen neu anordnen. Bei der Bestimmung der jeweils zu bearbeitenden Tonwertzonen unterstützt der ZoneFinder durch eine graphische Anzeige. Mit weiteren Tools lassen sich Farben korrigieren, Rauschen vermindern, die Bildschärfe erhöhen etc.


Versierte Photoshop-Anwender

werden in LightZone keine völlig neuen Möglichkeiten zur Bildbearbeitung finden, jedoch ist es auch nicht die erklärte Absicht, Photoshop oder vergleichbaren Programmen Konkurrenz zu machen.

LightZone präsentiert sich vielmehr als sinnvolle und attraktive Alternative, um Einsteigern den Beginn in die Bildbearbeitung zu erleichtern beziehungsweise Fotografen, die sich möglichst wenig mit Bildbearbeitungstechnik beschäftigen möchten, rasch zu guten Ergebnissen zu verhelfen. Beide Anliegen sind berechtigt und ich halte es für erfreulich, dass hier ein neuer Weg gegangen wird, der Bildbearbeitung nicht nur zu einem Erlebnis für technophile Experten werden lässt.

Eine 30-Tage-Demoversion ist erhältlich.

Eine ausführliche Review von LightZone ist auf www.outbackphoto.com zu finden.

DxO's Optics Pro fordert Adobe Lightroom: Wer fixed Objektivfehler schneller und bequemer?

Sonntag, 15. Oktober 2006, 17:06

DxO Labs legt den Entwicklern von Adobe Lightroom die Latte ziemlich hoch, wie ich meine:

Since I have been working with DxO to fix my pictures it's hard to return to the few and more basic lens correction tools Lightroom currently offers. DxO does a wealth of corrections automatically in a very sophisticated way delivering nearly perfect results which can be refined afterwards eg. in Lightroom or Photoshop. To me lens fixing is not part of the creative job and so I would appreciate if Lightroom could offer similiar convenience DxO does. Currently my workflow is DxO > TIFF > LR or Photoshop = bundled power ;)


Gut so, wir dürfen uns als Bildbearbeiter über ein spannendes Entwicklungsmatch zu unseren Gunsten freuen, s. aktuell Lightroom Beta Windows Discussion.

Etwas vorschnell ...

Mittwoch, 11. Oktober 2006, 21:15

... hatte ich mich über Adobe Lightroom geäußert, der neue Workflow für Bildbearbeiter, der als Programm eine schnellere und intuitivere Bearbeitung von Digitalfotos ermöglichen soll. Gegenüber einem Fotokollegen aus UK meinte ich scherzhaft, das Interface der Applikation - und mich als User davor - beides zusammen erinnere mich an die Versuchsaffen der NASA-Raumfahrtsprogramme der 1960er-Jahre. Auch diese hätten viele bunte Knöpfe und Schieber zu betätigen gehabt, allerdings vermisste ich in Lightroom die Ausgabe zumindest einer Banane für eine "successful operation" ...

Hochmut und Fall ereignen sich ja meist parallel, hier kommt noch der hinkende Vergleich dazu - beschämt ziehe ich hiermit meine saloppe Äußerung zurück, die auf einer nur oberflächlichen Betrachtung der neuen Adobe-Schöpfung beruht.


Adobe Lightroom

wird laut Herstellerinfo Anfang 2007 auf den Markt kommen, zur Zeit ist aber eine voll funktionsfähige Betaversion für Testzwecke kostenfrei als Download erhältlich, die eigentlich keine Wünsche offen lässt. Das Programm ist bereits erstaunlich ausgereift und bietet insbesondere Fotografen und Bildbearbeitern, die sich nicht akribisch mit dem trickreichen Tuning einzelner Fotos beschäftigen möchten (typische Photoshop-Klientel ;) eine interessante Alternative. Beliebig viele Bilder, als "Libraries" in Lightroom importiert, lassen sich in einem sinnvoll angeordneten Arbeitsablauf tatsächlich sehr rasch optimieren. Dafür steht eine Vielzahl einfach zu bedienender Werkzeuge zur Verfügung, mit denen sich Farbstiche beseitigen, Tonwerte anpassen, Farben gezielt in Helligkeit und Sättigung verändern und auch Farbfehler wie chromatische Aberrationen beheben lassen. Das alles ist natürlich auch mit der Referenz Photoshop möglich, allerdings müssen hier die einzelnen, teilweise recht verstreuten, Tools vom Anwender selbst und möglichst kenntnisreich in einen sinnvollen Ablauf gebracht werden, was in Lightroom dank der Anordnung der einzelnen Bearbeitungsschritte in einem einzigen Arbeitsablauf nicht notwendig ist. Ausgenommen hiervon Adobe Camera RAW (ACR), der RAW-Konverter von Adobe, der sich jedoch deutlich erweitert und modifiziert in Lightroom wiederfindet.

Adobes neue Bildbearbeitung verarbeitet JPEG, TIFF und RAW, wobei sich mit innovativen Werkzeugen wie "Recovery" zum gezielten Korrigieren von Überbelichtungen oder "Vibrance" zur clippingfreien Anpassung der Farbsättigung ganz neue Bearbeitungsmöglichkeiten ergeben. Auch das Histogramm bietet neue Funktionen, im Gegensatz zum Beispiel zu ACR können nun direkt im Histogramm per Mausklick Tonwerte angepasst beziehungsweise verändert werden. Die Gradationskurve, ebenfalls bekannt aus Adobe Camera RAW beziehungsweise Klassiker in der Werkzeugsammlung von Photoshop, erlaubt eine individuelle Festlegung und Bezeichnung der Bereiche Tiefen, Mitteltöne und Lichter, was eine gute Orientierung bei der Anpassung der Helligkeitswerte bietet. Nützlich auch das neue Feature, einfach den Cursor auf eine beliebige Stelle im Bild zu setzen und dann mit den Pfeiltasten die Helligkeit genau für diesen Bereich zu regeln. Ansonsten kommen in Lightroom vorwiegend Schieberegler zum Einsatz, die zum Ausprobieren unterschiedlicher Einstellungen einladen und eine einfache Bedienung ermöglichen. Adobe zielt damit sicher auch auf eher unerfahrene Bildbearbeiter ab, die ohne das Studium langer Tutorials rasch zur Sache gehen und kommen möchten.

Adobe Lightroom in (nearly) all its glory - einfach zu bedienende und in einem übersichtlichen Workflow angeordnete Schieberegler ermöglichen eine rasche und unkomplizierte Bearbeitung von Digitalfotos.

Adobe Lightroom in (nearly) all its glory - einfach zu bedienende und in einem übersichtlichen Workflow angeordnete Schieberegler ermöglichen eine rasche und unkomplizierte Bearbeitung von Digitalfotos.



Eine sehr smooth arbeitende Diashow und vielfältige Möglichkeiten zur Gestaltung des Ausdrucks (zum Beispiel rasch und einfach konfigurierbare Contact sheets für Bildübersichten) komplettieren Adobes neueste Bildbearbeitung bereits in der aktuellen Betaversion.

Offen für mich nur die Frage, wie bei Lightroom Farbmanagement umgesetzt ist. Insbesondere die Möglichkeit, für den farbrichtigen Ausdruck verschiedene ICC-Farbprofile für bestimmte
Papier-/Tintenkombinationen einzustellen, habe ich bis jetzt noch vergeblich gesucht. Aber da das Thema Farbmananagement ja auch beim großen Bruder Photoshop von Adobe vorbildlich umgesetzt ist, wird Lightroom in der finalen Version hier sicherlich dann auch die entsprechenden Einstellmöglichkeiten bieten.


Am besten,

Sie sehen sich das Wunderkind selbst an und laden sich dafür die Beta (Apple und PC) auf Ihren Rechner. Adobe freut sich über Feedback, eigene Webforen stehen dafür auf der Website von Adobe Labs für registrierte User zur Verfügung.

Für alle Pixeltüftler die beruhigende Nachricht, dass Lightroom nicht in der Photoshop-Klasse spielt. Photoshop bleibt nach wie vor das Referenzprogramm für anspruchsvolle Bildbearbeitung, dem nur die Fähigkeiten seines Anwenders Grenzen setzen. Lightroom hingegen empfiehlt sich für die schnelle und intuitive Bildkorrektur, wenn es darum geht, rasch gute Ergebnisse zu erzielen. Wer beide Welten verbinden will, kann übrigens seine optimierten Fotos aus Lightroom heraus in Photoshop per Menübefehl exportieren und dort wie gewohnt "weitermachen".

Highly recommended - schon jetzt als Betaversion. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Smarte Korrektur - vollautomatisch

Sonntag, 8. Oktober 2006, 13:43

Wer sich der Bildbearbeitung widmet und nicht davon leben muss, wird sich im Regelfall gerne Zeit dabei lassen im Interesse eines zufriedenstellenden Ergebnisses. Es fällt dann auch nicht besonders ins Gewicht, ob hier ein Arbeitsschritt dazukommt oder dort ein paar Regler mehr gezogen werden müssen, Hauptsache, das Resultat überzeugt.

Für alle anderen, die wenig Zeit für die Bildbearbeitung haben oder dafür aufwenden möchten, ist Rationalisierung das oberste Gebot. Einzige Vorgabe: Bei der Qualität des Ergebnisses dürfen möglichst wenige Abstriche gemacht werden.

Photoshop bietet hier die Möglichkeit, Routineaufgaben durch Aktionen beziehungsweise kombiniert im Batchbetrieb erledigen zu lassen. Das funktioniert in der Praxis sehr gut, man kann so zum Beispiel die Rauschreduktion, die Korrektur von Verzeichnungen und Farbfehlern, die Beseitigung von Vignettierung etc. auf Wunsch vollautomatisch ablaufen lassen und sich währenddessen anderen Dingen widmen. Diese Arbeitsweise hat jedoch ihren Preis: Die in Aktionen zusammengefassten Tools wenden entweder Standardwerte auf alle Bilder an oder entscheiden über die jeweiligen Korrekturen per mehr oder weniger "intelligenter" Automatikfunktionen. Konsequenz: Die Optimierung fällt dann für bestimmte Fotos mitunter nicht optimal aus. Abhilfe schafft der halbautomatische Betrieb, bei dem man dann die jeweilige Aktion ablaufen lassen und nach Aufruf für jedes Bild eigene Einstellungen vornehmen kann. Damit kommt man im Gegensatz zur Einzelbearbeitung zwar auch ganz gut voran, allerdings ist die ständige Anwesenheit vor dem Rechner erforderlich.

Der Wunsch nach einer Software, die "mitdenkt", kommt so sehr rasch auf, insbesondere bei Bildbearbeitern, die unter Termindruck stehen und in möglichst kurzer Zeit optimale Ergebnisse erzielen beziehungsweise liefern müssen. Smarte Tools zur Bildverbesserung, die diesem Wunsch entgegenkommen, sind bereits einige am Markt, zum Beispiel Xe847, das im Batchbetrieb angewandt sehr gute Resultate bei der Korrektur von Farb- und Tonwerten bringt.


Smarte Korrektur - vollautomatisch

Einen großen Schritt weiter geht die französische Firma DxO mit ihrem smarten Korrekturtool "Optics Pro", seit kurzem in der Version 4.0 erhältlich. Der Clou: Mithilfe eigener und maßgeschneiderter Korrekturprofile für jeweils eine bestimmte
Kamera-/Objektivkombination korrigiert Optics Pro - auf Wunsch vollautomatisch - nicht nur Farbstiche und Tonwerte, sondern auch Ärgernisse wie Rauschen, chromatische Aberrationen, Purple fringing, Objektivverzeichnung, optimiert Farben und Kontraste und lässt sich im Batchbetrieb auf eine beliebige Zahl von Bildern anwenden. Verarbeitet werden je nach Kameramodell die Formate RAW und JPEG, die Ausgabe der optimierten Bilder ist als TIFF, JPEG und DNG möglich. Optics Pro fungiert dabei auch als leistungsfähiger RAW-Konverter, der zum Beispiel den Vergleich mit Adobe Camera Raw (ACR) in der aktuellen Version nicht scheuen muss und qualitativ ebenbürtige Ergebnisse liefert.

Die Bedienung und Anwendung des Programmes ist einfach, erfreulich die Möglichkeit, im Expert Mode bei Bedarf auf alle Optimierungsfunktionen manuell Einfluss nehmen zu können, Liebhaber von reich bestückten Reglerpanelen kommen hier voll auf ihre Kosten ;) Die Resultate sind beeindruckend - Vergleichbares ist beim konventionellen Workflow in Photoshop nur durch sukzessive Anwendung verschiedener Funktionen oder Spezial-Plugins möglich, allerdings nicht vollautomatisch und schon gar nicht in den wenigen Minuten, die Optics Pro dafür benötigt.

Vollautomatik, oder - wie hier - auf Wunsch Feineinstellung aller Parameter in 
DxO Optics Pro 4.0

Vollautomatik, oder - wie hier - auf Wunsch Feineinstellung aller Parameter in
DxO Optics Pro 4.0



Mein Workflow: Ich lasse Optics Pro die RAW-Files meiner Canon EOS 5D vollautomatisch bearbeiten und in einen Ordner als TIFF-Dateien speichern. Danach öffne ich die optimierten Files in Photoshop und brauche mich dort nicht mehr mit weiterer Fehlerkorrektur aufzuhalten, sondern kann die eingesparte Zeit für das Finetunig meiner Werke nutzen.

Der Preis von Optics Pro 4.0 in der Höhe von rund EUR 300,- ("Elite"-Version) erfordert ein mehrmaliges Überlegen der Kaufentscheidung. Hilfe dabei erhält man durch eine kostenlose Demoversion, die ca. drei Wochen ein uneingeschränktes Testen aller Programmfunktionen ermöglicht. Unterstützt werden insbesondere aktuelle Digital-Spiegelreflexkameras sowie einige wenige Prosumer-Cams.

Da sich mit Optics Pro der eigene Workflow enorm beschleunigen lässt bei ausgezeichneter Qualität der Resultate, ist dieses smarte Tool "for every serious photographer" eine Empfehlung wert. Insbesondere auch, weil nach Erwerb einer Lizenz alle aktuell vorhandenen Kamera/Objektiv-Korrekturprofile kostenfrei bei DxO heruntergeladen werden können. Optimal für professionelle Anwender, die ihren Workflow so auf die jeweiligen Kameras ihrer Kunden abstimmen können beziehungsweise für alle, die mehrere Gehäuse/Objetive ihr Eigen nennen.

Toploading

Mittwoch, 4. Oktober 2006, 22:24

Eine Spiegereflexkamera, insbesondere eine solche mit angesetztem Zoomobjektiv, bringt einiges an Gewicht auf die Schulter des Fotografen, der sie trägt. Wenn man öfters und länger unterwegs ist, überlegt man sich doch, wie man dieses Potential an fotografischen Möglichkeiten möglichst bequem transportieren kann. Meine Canon EOS 5D wiegt mit Zoom 24 - 105 mm immerhin rund 1,5 Kilogramm.

Mit meinem Fotorucksack war ich einige Zeit lang recht zufrieden, der Rucksack ermöglicht, das Gewicht der Kamera ausbalanciert auf den Schultern zu tragen. Nachteil: Man muss den Rucksack jedesmal auf- und abnehmen, um an sein Fotowerkezug zu gelangen, da bleibt dann die Kamera besser gleich mit dem Tragegurt um den Hals gehängt und man braucht den Rucksack eigentlich gar nicht. Angenehm ist das auf Dauer nicht und das wertvolle Gerät ist so auch nicht geschützt, wenn es gerade nicht in Verwendung ist. Jeder Fotograf, der sich schon einmal mit umgehängter Kamera abrupt umdrehte und dabei anhören musste, wie es klingt, wenn ein beschleunigter Apparat gegen eine Mauer oder ein sonstiges festes Hindernis kracht, wird mich verstehen ...


Alles bei der Hand

Auf der Suche nach einer besseren Lösung fand ich beim renommierten Fototaschenhersteller Lowepro die "Toploader-Reihe".

Der Toploader wird als Kameratasche vor dem Bauch getragen und nimmt die Kamera - Objektiv voraus - ohne große Umstände auf. Ebenso einfach lässt sie sich auch entnehmen. In der Tasche mitgeführtes Zubehör ist ebenfalls gleich bei der Hand, gleichzeitig fungiert der Toploader beim Objektiv- oder Filterwechsel als praktische "Ablagebox" - Objektivdeckel, Gegenlichtblende oder Filterschachtel müssen so nicht mehr in irgendwelchen staubigen Jackentaschen verstaut werden.

Die Toploader werden mit Gurtzeug zum Tragen in unterschiedlichen Größen geliefert, als Zubehör ist auch ein Schulterriemen dabei, wenn man doch einmal "bauchfrei" unterwegs sein möchte. Fertigung in der gewohnten Lowepro-Qualität mit einem in die Tasche integrierten Wetterschutz zum Überziehen, da gibt es auch beim Toploader nichts auszusetzen.

Highly recommended!

Wahl zum Nationalrat

Sonntag, 1. Oktober 2006, 20:18

Ich bin heute vielen festlich gekleideten Menschen begegnet - es war Wahlsonntag in Wien. Offenkundig ist Mitbestimmen in politischen Angelegenheiten der Republik nichts Alltägliches und wird als feierlicher Anlass verstanden, dementsprechend werden vom Volk die Kleiderschränke geöffnet.

Mir war's heute eigentlich recht gleichgültig, auch was meine Kleidung betraf, ich machte mein Kreuz in der Wahlzelle und ging dann mit der Kamera durch die Stadt.

Ein eigentlich für diese Jahreszeit zu warmer Tag, schon Laub auf den Straßen. Ich glaube, heute hat sich der Sommer endgültig für dieses Jahr verabschiedet.