Keine Wünsche offen
Sonntag, 26. März 2006, 22:20
Die Kaufentscheidung für eine Canon EOS 5D, (digitale Spiegelreflexkamera mit Vollformat-Sensor), fiel Anfang letzter Woche, mittlerweile ist das Gerät samt einem EF 24-105 mm 1:4L IS USM (Allround-Zoomobjektiv) erworben und die letzten Nächte habe ich mit dem eingehenden Studium der Begleitdokumentation sowie Testaufnahmen verbracht. Wegen Schlechtwetters (ja, ich bin - berufsbedingt - ein Wochenendfotograf, jedoch beim Fotografieren IMMER ohne Hut unterwegs!) steht der Ersteinsatz noch aus, aber ich kann jetzt schon sagen, dass die 5D eine Kamera mit hervorragenden Eigenschaften ist, wie ich sie als Kriterien für die Anschaffung definierte. Bildqualität, Verarbeitung, Funktionen und Ergonomie lassen - soweit bereits feststellbar - bei mir keine Wünsche offen, es macht einfach Spaß, die Kamera in die Hand zu nehmen und damit die Umgebung "zu suchern".
Selbstverständlich gilt weiter der Satz, dass nicht die Kamera, sondern der Fotograf das Bild macht (um so mehr als die 5D erfreulicher Weise Automatikfunktionen nur in sehr bescheidenem Umfang bietet) und so wird auch der jüngste und technisch potenteste Bewohner meiner Fototasche meine Fotografie inhaltlich weder schlechter noch besser als bisher ausfallen lassen. Die höhere Pixelzahl der Bilddateien (12,8 Megapixel versus bisher acht beziehungsweise fünf Megapixel) sowie die technisch allgemein bessere Bildqualität ermöglichen jedoch größere und feinere Ausbelichtungen auf Fotopapier. Das ist wichtig für die nächste Ausstellung, die ich bereits andenke.
Ein Erfahrungsbericht, wie sich die Eos 5D bei ihrem ersten Einsatz in der Subwelt bewährte, folgt.
Life-Photography
Samstag, 25. März 2006, 15:29
Es müssen ja nicht immer alte bröckelnde Mauern und verlassene Geschäfte sein, die uns auf subworld.at beschäftigen ;-) Jürgen Knoth, Fotograf aus Wien, widmet sich auf seiner Website dem Leben in seiner jungen und vorwiegend feminin-attraktiven Erscheinungsform. Jürgens Peopleshots unter "Street", "Dance", "Fashion", "Raw" und "Faces" machen erfrischend deutlich, dass "Life-Photography" und fototechnische Qualität kein Widerspruch sein müssen, ganz im Gegenteil. Lehrreich für alle notorischen Stativschlepper, Histogramm-Junkies und natürlich auch Mauernfotografen! ;-))
Highly recommended!
Systemumstellung
Samstag, 18. März 2006, 19:22
Eine Systemumstellung steht bevor. Ungern aber doch werde ich mich von meinen liebgewonnenen kompakten Wegbegleiterinnen verabschieden und auf eine digitale Spiegelreflexkamera umsteigen.
Vier Gründe sind ausschlaggebend für die Entscheidung und beträchtliche finanzielle Investition:
1. wesentlich schnellere Speicherung von RAW-Files
2. Option, Objektive zu wechseln
3. weniger Rauschen durch größeren Sensor
4. Lust auf Neues
Natürlich sind damit auch Nachteile verbunden, zum Beispiel das Fehlen der Liveanzeige auf dem Kameradisplay samt Echtzeit-Histogramm oder der Abschied von der Handlichkeit, da jetzt ein Zusatzobjektiv mitgeführt (und mitgeschleppt) werden muss. Auch Staub auf dem Sensor (sichtbar als Flecken auf dem Bild) wird ein Thema sein, für das ich mir in Photoshop schon jetzt eine möglichst effiziente und bequeme Lösung zur Korrektur einfallen lassen möchte.
Dass sich der Systemwechsel auch auf den Inhalt meiner Bilder auswirken wird, glaube ich nicht, da ja noch immer ich über meine Bilder entscheide und nicht meine Kamera. Ein Erfahrungsbericht nach erfolgter Umstellung wird auf jeden Fall folgen.
Frieden
Sonntag, 12. März 2006, 19:31
Das Leben lässt sich nur in sehr bescheidenem Umfang planen und vorhersagen. Macht man sich das in aller einem möglichen Konsequenz klar, so hat diese Erkenntnis vielleicht etwas Beängstigendes und macht mutlos. Wenn man sich aber auf diese Betrachtung und alle damit verbundenen Gefühle einlässt und diese aushält, so offenbaren sich auch große Schönheit und Weite, die letztlich zu innerem Frieden führen.
Die Kamera kann bei diesem Prozess des Erkennens helfen, indem sie das Innere am Äußeren festhält. Ich bin auf meine nächsten Aufnahmen gespannt.
Glauben Sie nicht, sondern entscheiden Sie, was Sie sehen!
Mittwoch, 8. März 2006, 23:05
Wenn etwas an der Fotografie gefährlich ist, dann die Suggestion, dass Fotos die "Wirklichkeit, so wie sie ist" wiedergeben.
Die Toleranz vieler Betrachter scheint dabei erstaunlich groß zu sein, bis ein Bild eindeutig als "manipuliert" erkannt und abgelehnt wird. In nicht so krassen Fällen hat man zwar schon irgendwie das Gefühl, dass hier und dort ein bisschen nachgeholfen wurde, zum Beispiel was das Meeresblau, Wiesengrün oder Apfelrot angeht, aber solange das Meer als Meer, die Wiese als Wiese und der Apfel als Apfel identifiziert werden können, ist man geneigt, das Ganze als "Bild der Wirklichkeit" zu akzeptieren, wenn auch im Idealzustand. Warum sonst würden so viele Urlauber ihren Badeurlaub (jedes Jahr wieder) direkt über die Website des Reisebüros buchen, mit ihren farbenfrohen Darstellungen südlicher Urlaubsdestinationen, selbst wenn die Realität am Urlaubsort dann (jedes Jahr wieder) wesentlich bescheidener ausfällt.
Solange im Bild alles im Wesentlichen nachvollziehbar erscheint, wird der Inhalt ohne viel Nachfragen "gekauft". Das geht hin bis zu offensichtlichen Fotomontagen, die, wenn schlecht gemacht, leicht als solche erkennbar sind, zum Beispiel, weil das Licht der Sonne in ein und demselben Bild unterschiedlich fällt oder bei abgebildeten Personen schlicht der Schatten fehlt. Mag sein, dass hier "nachgeholfen" wurde, solange der Gesamteindruck realistisch wirkt, wird das Abgebildete als real akzeptiert, siehe beliebige Illustrierte am Zeitungskiosk oder im Web.
Weil die Toleranz beim Publikum offenkundig so groß ist,
ist es die Versuchung für den Bildbearbeiter ebenso, seinen Werken nachträglich noch ein bißchen "Finish" oder "Pep" zu geben. Mit ein bisschen Übung ist das in einem Bildbearbeitungsprogramm recht leicht gemacht. Der Himmel zu langweilig? Kein Problem, einfach ein passendes Firmament aus der hauseigenen Himmels-Sammlung ausgewählt und in das Foto eingepasst - schon ist ein attraktiver Akzent mehr gesetzt. Zu viele Falten und Hautunreinheiten auf dem Portraitfoto nach der Aufnahme? Kein Malheur, der "Reparaturpinsel" in Photoshop sorgt nahezu automatisch für Jugend und reinen Teint. Das Familienfoto doch lieber ohne schwarzes Schaf? Einfach mit dem "Kopierstempel" ein Stück Mauer vom Hintergrund kopiert und anstelle des Missliebigen eingefügt und die "familiäre Harmonie minus eins" ist schon wieder hergestellt und so weiter.
Als Fotografen und Bildbearbeiter liegt es an uns zu entscheiden, wie sehr wir unseren Fotos "nachhelfen" oder mit ihnen authentisch bleiben wollen. Wobei festgehalten werden muss, dass jedes Foto schon mit der Aufnahme eine Interpretation der Wirklichkeit bedeutet. Dreidimensionales wird auf zwei Dimensionen verkürzt, Farbe gemäß den Möglichkeiten der Kamera aufgezeichnet und wiederum gemäß den Möglichkeiten des jeweiligen Monitors ausgegeben, ja schon eine einfache Unterbelichtung zusammen mit einem Orangefilter vor dem Kameraobjektiv wandelt banalen Mittag in stimmungsvollen Abend.
Die Meinungen,
wie viel Retusche zulässig ist, gehen auseinander. Fordern die einen maximale Authentizität, betonen die anderen, dass letztlich nur das Bild und seine Wirkung zählen, egal, wie diese zustandegekommen sind beziehungweise erzielt wurden. In der künstlerischen Fotografie mögen nachträgliche "Verbesserungen" durchaus legitim sein, um eine Idee beziehungsweise ein imaginiertes Bild wirksamer auszudrücken beziehungsweise für den Betrachter überhaupt erst sichtbar zu machen. In der Reportage- und Pressefotografie kann jede nachträglich erfolgte Manipulation am Bild bereits schlichter Betrug sein.
Jedenfalls scheint der Rat angebracht: "Glauben Sie nicht, sondern entscheiden Sie, was Sie sehen."
Storchentempel, zerstört 1938
Sonntag, 5. März 2006, 21:34
Inschrift auf der Gedenktafel:
In diesem Hause befand sich durch mehr als 60 Jahre, bis zu seiner gewaltsamen Zerstörung im Jahre 1938, der 'STORCHENTEMPEL' des israel. Tempelvereines EMUNATH AWOTH f. d. Bezirke XII-XIV
Die Abgründe dieser Stadt sind selten derart sichtbar.
Narren lässt man besser allein
Freitag, 3. März 2006, 17:25
Für mich ist es immer wieder faszinierend, wenn Passanten an stärksten Motiven der Subworld vorbeigehen ohne diese wahrzunehmen geschweige denn zu beachten. Wenn sie aufmerksam werden, dann bestenfalls auf mich, wie ich die Kamera auf etwas ausrichte, was sich dem Sehen und Erkennen offenkundig völlig entzieht. Ein kurzes Verharren, suchende Blicke, vielleicht auch ein kurzes Kopfschütteln dieser Leute - als ob die Subworld nur für mich sichtbar wäre. Darüber freue ich mich natürlich, sichert es mir doch eine gewisse Exklusivität als Fotograf. Ich grüße diese Blinden meist mit einem fröhlichen Grinsen, was sie scheinbar noch mehr verwirrt und den Schritt beschleunigen lässt, ganz wie von mir beabsichtigt, denn ich bin beim Fotografieren ohnehin am liebsten allein.
Was für eigenartiges Volk eigentlich mit Kameras umherzieht! Unlängst ging ich entlang eines Feldes, wo fotografisch absolut nichts umzusetzen war wie ich befand. Nur Furchen, Schneereste, gefrorene Pfützen, gelbe Grasbüschel und schmutziggraue Steine unter einem flachen Himmel - nicht nur fotografisch gesehen ein trostloser Ort. Trotzdem kam ich an einem Fotografen vorbei, der am Rande dieses Feldes hinter seiner auf einem Stativ aufgebauten Kamera stand und konzentriert auf eine bestimmte Stelle in diesem Fotoniemandsland starrte. "Schleppt das schwere Stativ samt Ausrüstung hierher wo doch gar nichts zu holen ist und friert sich dabei noch den Hintern ab" dachte ich nicht ohne Verachtung, nachdem ich kurz zuvor verharrt und mit suchendem Blick die Gegend auf mögliche Motiven geprüft hatte. Erfolglos natürlich, denn dort, auf diesem Feld, war einfach nichts zu fotografieren! Dabei verstand ich noch weniger, warum dieser Tropf angesichts seines sinnlosen Tuns auch noch fröhlich ein Liedchen vorsichhinpfiff.
"Narren lässt man besser allein" murmelte ich leise und schüttelte den Kopf. Im Übrigen sah ich zu, dass ich rasch weiterkam.
Wiedersehen
Donnerstag, 2. März 2006, 23:52
Stundenlang durch die Stadt und das letzte Jahrhundert gesehen. Zwar oft schon übermalt und weggerissen, jedoch von einem Charme, der nur dem Alter eigen ist.
Vor dem "Eistraum" die beglückende Erkenntnis, dass Zeit keine Kategorie der Ewigkeit sein kann. So muss es einfach ein Wiedersehen geben.
Ich glaube fest daran.
Plug-ins für Photoshop
Mittwoch, 1. März 2006, 11:58
Photoshop, mittlerweile in Version 9.0 ("CS2"), bietet dem Bildbearbeiter viel aber noch nicht alles - einige ausgewählte Programmerweiterungen, sogenannte "Plug-ins", sollten daher am Rechner nicht fehlen. Man erledigt damit Aufgaben bequemer und schneller beziehungsweise bekommt für ihre Erledigung erst das Werkzeug dazu "an die Maus".
Mit folgenden Plug-ins arbeite ich ständig und kann diese empfehlen:
Neat Image (Shareware)
Nahezu jede Digitalkamera produziert sogenanntes Bildrauschen, das sind kleine monochrome beziehungsweise bunte Flecken auf dem Foto, ähnlich dem Filmkorn in der analogen Fotografie. Kompaktkameras sind für Bildrauschen aufgrund ihrer kleineren Bildsensoren anfälliger als Spiegelreflexkameras, meistens wird der Effekt als störend empfunden. Mit Neat Image lässt sich Bildrauschen präzise entfernen ohne dabei die Bildqualität wesentlich zu verringern. Mit eigenen Profilen, die man optional für seine Kamera herstellen kann, lässt sich das Programm auf die eigene Ausrüstung und Arbeitsweise abgleichen.
PT Lens (Freeware)
Wenn Linien, die eigentlich gerade verlaufen sollten, im Bild gebogen erscheinen, ist es an der Zeit, sich nach einem Plug-in zur Korrektur von Bildverzeichnungen umzusehen. Hier gibt es ein größeres Angebot aber mit PT Lens eigentlich nur eine Wahl, sowohl hinsichtlich Preis (kostenlos!) als auch Komfort in der Anwendung (auf Wunsch vollautomatisch). PT Lens erkennt Bilder von vielen gängigen Digitalkameras aufgrund der in den Bilddateien eingebetteten EXIF-Daten und führt die erforderliche Korrektur selbstständig durch.
Nik Sharpener Pro (Commercialware)
Eines der am häufigsten diskutierten Themen in der elektronischen Bildbearbeitung ist das Schärfen von Digitalfotos, abgestimmt auf die jeweilige Ausgabe und den Verwendungszweck. Photoshop bietet dazu verschiedene Werkzeuge an, die besten Ergebnisse erreicht man hier noch mit dem Filter "Unscharf maskieren", der jedoch für jedes Bild einiges an Einstellarbeit erfordert. Schneller und bequemer geht es mit dem Filtersatz Nik Sharpener Pro, der Bilder automatisch analysiert und für die jeweilige Ausgabe (am Monitor, als Ausdruck am Tintenstrahler oder als Ausbelichtung per Farblaser im Fotolabor) optimiert. Gerade wenn man viele Fotos in Folge zu bearbeiten hat, lohnt sich die Investition in diese sehr anwendungsfreundliche Software.
Alle genannten Plug-ins lassen sich bei Bedarf auch als Photoshop-Aktionen anlegen, womit eine zeitsparende Durchführung "auf Mausklick" möglich wird. Das ist sicher eine gute Empfehlung, da es sich bei der Korrektur von Bildfehlern wie Rauschen und Verzeichnung sowie dem Schärfen in der Regel um Routineaufgaben handelt, die man meist rasch und ohne Aufwand erledigen möchte.
Einen guten Überblick über Plug-ins für Photoshop bieten Uwe und Bettina Steinmüller auf Ihrer Website www.outbackphoto.com unter dem Kapitel "Photoshop Filter Resource Directory for Photographers".









