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L?

Pro Farbstich

Mittwoch, 6. August 2008, 21:02

(Publiziert am 6. Aug. 2008 in de.alt.rec.digitalfotgrafie)

Weil 'neutrale' Bilder ja inzwischen (Auto)Standard sind in der (digitalen)
Fotografie - möchte nur darauf hinweisen, dass farbstichfreie Bilder
nicht immer wünschenswert sind, zB Sonnenuntergang,
Schneelandschaften mit bläulichen Schatten, Neonwelten usw.
Damit entsorgt man gegegenenfalls typische Stimmungen die 'die Bildaussage' unterstützen.

Aber das ist Geschmackssache, da Farbstiche, beziehungsweise deren Fotogenität, subjektiv zu beurteilen sind.



Das gilt im Übrigen auch für das, was man heute unter "Bildstörungen" oder "technische Fehler" versteht: Rauschen, Filmkorn, Objektivverzeichnungen, überstrahlende Lichter (Clipping), Verwacklung, Lichthöfe etc.

In der analogen Fotografie (klassischer Worfkflow mit Dunkelkammer) ist die Beseitigung dieser Phänomene so gut wie unmöglich gewesen, also musste man sie in das Bild miteinbeziehen. Bei näherer Betrachtung stellt sich jedoch heraus, dass damit wirkungsvolle Stilmittel quasi automatisch und frei Haus im Bild integriert sind. Stilmittel, die unsere Interpretation von Fotos seit Anbeginn mitbestimmt hatten und mitbestimmen, und deren plötzliches Fehlen für Irritation sorgt.

Heute ist die Beseitigung, zum Beispiel in Photoshop, kein Problem, man erhält damit "technisch korrekte" - aber eben oft auch steril wirkende - Fotos, denen es an Charakter oder "Pep" fehlt.

Ein weiteres Argument, sich auch künftig an der analogen Fotografie zu orientieren und dann und wann wieder einmal einen Film in die alte Spiegelreflex einzulegen.

Schließlich muss man ja auch bei eingescannten Filmen nicht jeden "Fehler" in der anschließenden Bildbearbeitung beseitigen!