Damit wir uns verstehen
Dienstag, 6. Juli 2010, 19:28
An alle im gemeinsamen Haushalte, die in Streit liegen und jeweils nicht verstehen können, was den jeweils anderen zu seinem Tun bewegt.
Ist es mit einer kleinen Sammlung ausgesuchter fotografischer Geräte im Schranke nicht so, wie im Kleiderkasten, der die schönsten Erinnerungen an vergangene Modesaisonen und launenhafte Momente birgt?
Fällt uns die Trennung von nur einem unserer liebgewordenen Stücke nicht ebenso schwer, wie unseren Herz-Damen, die kein Kleid, keine Bluse, kein Schmuckstück und kein Paar Schuhe missen möchten, weil es ein Teil ihrer Erinnerungen - und damit ihrerselbst - geworden ist?
Geben wir nicht manchmal Geld für Dinge, die wir zum Fotografieren und Bekleiden gar nicht notwendig brauchen, haben aber dennoch - oder gerade deswegen - eine so große Freude damit?
Kennen wir nicht, jeder für uns, verschwiegene Lokale und Boutiquen, in deren Verkaufsräumen uns innerhalb nur weniger Minuten die Sinne schwinden und Banknoten zu Schmetterlingen werden, die magisch im Licht über dem Tresen und in der Umkleidekabine schaukeln, als wären sie schwerelos?
Und ergeht es uns nicht allen gleich mit unseren Wünschen und Sehnsüchten, und muss es denn sein, dass wir uns diese gegenseitig vorhalten? Immerfort und jeden späten Abend aufs Neue, als gäbe es kein Gestern, Heute und Morgen?
Eben.
Darum:
Verstehen wir uns gegenseitig,
schließen wir Frieden im Haushalte und
bewahren wir dabei unseren kleinen - und großen - Geheimnisse!
Und loben wir - dann und wann - jeweils den Schrank des anderen.
Auch wenn wir es gar nicht so meinen ;-)





