"Tonality Tuning": Helligkeit und Kontrast nach Maß
Freitag, 18. Januar 2008, 20:45
> English version
Das Finetuning von Helligkeit und Kontrast in der Bildbearbeitung ist eine Übung, die viel Fingerspitzengefühl erfordert. Bereits kleinste Änderungen können darüber entscheiden, ob ein Bild als gelungen oder nur als "ganz gut" bewertet wird. Schärfster Kritiker ist man - wie meist - natürlich selbst ;-)
Für das Bearbeiten von Helligkeit und Kontrast gibt es in Photoshop verschiedene Möglichkeiten. Je feiner und präziser man abgleichen möchte, desto mehr Zeit und Geduld muss man investieren, die Kenntnis entsprechender Techniken vorausgesetzt.
Welche Verbesserungen braucht das Bild?
Wer viele Bilder zu bearbeiten hat, wird sich für die einfacheren Methoden (zum Beispiel Auto-Funktion in Adobe Camera RAW, "Helligkeit/Kontrast" oder "Tonwertkorrektur") entscheiden um Zeit zu sparen. Höhere Ansprüche setzen jedoch eine individuelle Bearbeitung voraus, immer geleitet von der Frage "welche Verbesserungen braucht das Bild?". Die Antwort darauf ist oft einfach, zum Beispiel: "hellere Schattenpartien", "mehr Kontrast in den Mitteltönen" oder "in der Helligkeit reduzierte Lichter".
Das klassische Werkzeug dafür ist in Photoshop die Gradationskurve als Einstellungsebene, mit der sich die notwendigen Anpassungen sehr präzise vornehmen lassen - vorausgesetzt, man investiert Zeit und ist gewillt, verschiedene Einstellungen zu probieren und zu vergleichen. Oft steht man dann aber vor dem Problem, dass die Optimierung eines Tonwertbereiches gleichzeitg auch andere Tonwerte betrifft, die nicht verändert werden sollen. Die Lösung dafür sind Ebenenmasken, die die Änderungen nur auf einen bestimmten Teil oder Tonwertbereich des Bildes beschränken. Solche Masken kann man händisch mit dem Pinsel malen oder - als Luminanzmasken - aus den Helligkeitsinformationen der Bildkanäle erstellen. Mit dem Pinsel arbeitet man intuitiv, rasch aber nicht sehr präzise. Luminanzmasken sind die exaktere Lösung, aber ihre Erstellung ist umständlich und ohne zeitaufwändige Nachbearbeitung kommt man in den meisten Fällen nicht aus.
Zeitsparend und flexibel: "Tonality Tuning"
Eine flexible und zeitsparende Lösung bieten Uwe und Bettina Steinmueller von Digital Outback Photo (DOP) mit ihrem Photoshop-Skript "Tonality Tuning".
Anstatt Gradationskurven und Ebenenmasken selbst zu erstellen, wählt man in Tonality Tuning einfach per übersichtlichem Interface passende Voreinstellungen für Helligkeit und Kontrast aus. Per Mausklick wird anschließend eine vorgegebene Gradationskurve als Einstellungsebene mit Ebenen(luminanz)maske erstellt, die bei Bedarf nachträglich angepasst werden kann. Auf diese Weise lassen sich Lichter, Mitteltöne und Schatten rasch und äußerst exakt justieren. Die Stärke des Effekts kann über die Deckkraft der Ebene geregelt werden. Ist der Effekt zu schwach, dupliziert man einfach die Ebene.
Alternativ kann man mit Tonality Tuning Helligkeitsbereiche lediglich auswählen und die Auswahl dann zum Beispiel als Alphakanal speichern zur weiteren Bearbeitung. Oder man erstellt auf Basis der Auswahl eine Einstellungsebene (s. unten "Workflow mit Tonality Tuning") und beschränkt Änderungen nur auf die Schatten, Mitteltöne oder Lichter des Bildes.
Smart und sympathisch
Tonality Tuning ist eines jener smarten und zugleich sympathischen Zusatztools für Photoshop, die das Expertenwissen der Autoren direkt für den Bildbearbeiter verfügbar machen. Anstatt sich jeweils in die Bedienung eines neuen Programmes einzuarbeiten, lässt man das Tool automatisch alle Einstellungen in Photoshop vornehmen ohne die gewohnte Programmumgebung verlassen zu müssen. Für weitere Einstellungen stehen dann die (mächtigen) Funktionen in Photoshop zur Verfügung - im Falle von Tonality Tuning das Arbeiten mit Ebenen und Ebenenmasken.
Highly recommended!
Workflow mit Tonality Tuning

Voreinstellungen zur Helligkeits- und Konstraststeuerung.
Hier habe ich "Midtones brighter" gewählt.

Die Mitteltöne sind nun etwas heller. Tonality Tuning legt
in Photoshop eine vorgegebene Gradationskurve als
Einstellungsebene mit Ebenenmaske an. Der Effekt
kann durch Regelung der Ebenendeckkraft verstärkt
oder abgeschwächt werden.






